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Nach Kahlschlag bei "Washington Post": Herausgeber Will Lewis nimmt seinen Hut
Nach dem massiven Stellenabbau bei der Traditionszeitung "Washington Post" hat Herausgeber und Vorstandschef Will Lewis seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben. Wie aus einer firmeninternen E-Mail hervorgeht, schrieb Lewis, es sei "der richtige Zeitpunkt" für ihn gekommen, sich zurückzuziehen. Wie die "Washington Post" selbst erklärte, übernahm Jeff D'Onofrio, bisheriger Finanzchef der Zeitung und früherer Leiter des Online-Netzwerks Tumblr, Lewis' Posten mit "sofortiger Wirkung".
Der Engländer Lewis hatte in seinen zwei Jahren an der Spitze der "Washington Post" versucht, die anhaltende finanzielle Schieflage der Zeitung zu korrigieren. Abonnenten wie Mitarbeiter kritisierten ihn für seinen Kurs scharf.
Am Mittwoch hatte die "Washington Post" drastische Einschnitte beim Personal vorgenommen. Nach Angaben der "New York Times" wurden fast 300 der 800 Journalisten des Blattes entlassen - unter anderem alle für den Nahen Osten zuständigen Reporter und die für die Ukraine zuständige Korrespondentin Lizzie Johnson. Die Lokalnachrichten der "Washington Post", die Sportseiten sowie die Buchbeilage waren ebenfalls massiv betroffen, wie aus der Redaktion verlautete.
Die Tageszeitung, die 1972 den Watergate-Skandal unter Präsident Richard Nixon aufdeckte und deren Reporter zahlreiche Pulitzer-Preise erhielten, schreibt laut Medienberichten seit Jahren rote Zahlen.
Der Gründer des Online-Shopping-Giganten Amazon, Jeff Bezos, hatte die "Washington Post" im Jahr 2013 gekauft. Bezos war in den vergangenen Monaten wegen seiner Annäherung an US-Präsident Donald Trump in die Kritik geraten.
Zum nun erfolgten Führungswechsel schrieb Bezos in der Erklärung der "Washington Post", die Zeitung habe eine "außerordentliche Chance" und fügte an: "Jeden Tag geben uns unsere Leser einen Fahrplan zum Erfolg. Die Daten zeigen uns, was wertvoll ist und worauf wir uns konzentrieren sollten."
D.Johnson--AT