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Norwegens Kronprinzessin räumt nach Kontakten zu Epstein "peinliche" Fehler ein
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat sich wenige Tage vor dem Beginn des Vergewaltigungsprozesses gegen ihren Sohn wegen ihrer Kontakte zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein rechtfertigen müssen. Laut einem Bericht der norwegischen Zeitung "Verdens Gang" taucht ihr Name mindestens tausend Mal in den am Freitag vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten auf.
Inhalt und Tonfall des E-Mail-Wechsels aus den Jahren 2011 bis 2014, der am Wochenende in norwegischen Medien veröffentlicht wurde, lassen eine gewisse Vertrautheit zwischen Mette-Marit und Epstein vermuten.
Der US-Investor Epstein stand unter Verdacht, tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er war erstmals 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe.
2019 wurde er unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
In den nun bekannt gewordenen E-Mails fragt Mette-Marit Epstein unter anderem, ob es "für eine Mutter unangemessen ist, als Bildschirmschoner für ihren 15-jährigen Sohn ein Bild von zwei nackten Frauen, die ein Surfbrett tragen, vorzuschlagen". Sie bezeichnete ihn zudem als "sehr charmant".
Als Epstein 2012 schrieb, er sei in Paris "auf der Suche nach einer Ehefrau", antwortete sie ihm, dass die französische Hauptstadt "gut für Ehebruch" sei, aber "dass die Skandinavier bessere Frauen" hervorbrächten.
In einer Stellungnahme zu den Enthüllungen erklärte Mette-Marit, dass "nur Jeffrey Epstein für seine Taten einstehen" müsse. Zugleich bekundete sie ihre Reue. Sie habe Epstein falsch eingeschätzt "und ich bedauere zutiefst, den geringsten Kontakt zu Epstein gehabt zu haben", erklärte sie in einer AFP vorliegenden Mitteilung des norwegischen Königshauses. "Das ist ganz einfach peinlich", fügte sie hinzu.
Die 52-jährige Ehefrau von Kronprinz Haakon räumte zudem ein, "die Vorgeschichte Epsteins nicht gründlich genug überprüft zu haben und nicht schnell genug erkannt zu haben, was für eine Person er war".
Nach Angaben des norwegischen Königshauses beendete Mette-Marit den Kontakt zu Epstein, weil sie den Eindruck gehabt habe, "dass er versuchte, seine Beziehungen zur Kronprinzessin gegenüber anderen Menschen auszunutzen". Der letzte schriftliche Kontakt zwischen beiden erfolgte im Januar 2014.
"Eine Kronprinzessin ist niemals eine Privatperson", sagte der Historiker Ole-Jörgen Schulsrud-Hansen, Experte für das norwegische Königshaus. "Das zeigt auf jeden Fall ein mangelndes Urteilsvermögen und dass alle 'Sicherheitsmechanismen' in ihrer Umgebung versagt haben", fügte er hinzu.
Die Veröffentlichungen kommen für Mette-Marit zu einem extrem unglücklichen Zeitpunkt. Ab Dienstag muss sich ihr Sohn Marius Borg Hoiby wegen Vergewaltigungsvorwürfen, mutmaßlicher Körperverletzung und Drogenvergehen vor Gericht in Oslo verantworten. Insgesamt umfasst die Anklage gegen den aus einer früheren Beziehung der Kronprinzessin stammenden 29-Jährigen 38 Punkte, ihm drohen bis zu 16 Jahre Gefängnis.
P.Smith--AT