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Mindestens 30 Tote bei eisigen Wintertemperaturen in den USA
Eisige Kälte, Schneechaos und Glätte: Weite Teile der USA ächzen weiter unter den Auswirkungen des extremen Winterwetters. Die jüngste Opferbilanz von mindestens 30 Toten umfasste am Dienstag auch sieben Passagiere eines abgestürzten Kleinflugzeugs im Bundesstaat Maine. Wegen der anhaltend starken Schneefälle waren mehr als 530.000 Haushalte ohne Strom. In etwa 20 Bundesstaaten und der US-Hauptstadt Washington galt weiter der Notstand.
Der Sturm kostete Medienberichten zufolge inzwischen mindestens 30 Menschen das Leben. Die Todesursachen umfassen demnach Unterkühlung sowie Unfälle im Zusammenhang mit Verkehr, Schlittenfahrten und Schneepflügen.
Sieben Menschen kamen zudem beim Absturz eines Kleinflugzeugs ums Leben. Wie die US-Luftfahrtbehörde FAA mitteilte, geriet die Maschine am Sonntagabend beim Start in einem Schneesturm in Bangor im Ostküstenstaat Maine.
In New York meldeten die Behörden acht weitere Todesopfer. Die Todesursachen würden derzeit ermittelt. Unklar war zunächst, ob alle Todesfälle mit dem Wintersturm im Zusammenhang standen. In New Jersey wurde ein Mann mit einer Schneeschaufel in der Hand leblos im Schnee gefunden.
Laut der Internetseite Poweroutage.com waren am Dienstag mehr als 540.000 Haushalte vor allem im Süden der USA weiter ohne Strom. In Tennessee waren mehr als 175.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, in Mississippi mehr als 140.000 Haushalte. In Louisiana hatten fast 100.000 Haushalte keinen Strom.
Nach den massiven Flugstreichungen am Wochenende an mehreren großen Flughäfen wie Washington, Philadelphia und New York war der Flugverkehr am Dienstag immer noch unterbrochen. Mehr als 9000 Flüge fielen aus. "Wir wissen nicht, ob wir hier wegkommen oder nicht", sagte der Reisende Alan Vazquez, der seit Sonntag am texanischen Flughafen Dallas Fort Worth festsaß.
Die Polarkaltfront war am Sonntag vom Süden in den Nordosten der USA gezogen und traf Bundesstaaten von New Mexico bis Maine mit einer heftige Mischung aus starkem Schneefall, heftigem Wind und Eisregen. Auch die Ostküstenstädte Washington und New York sowie der sonst eher mildere Temperaturen gewöhnte Süden des Landes waren betroffen.
Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. In nördlichen Bundesstaaten wurde vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu Minus 45 Grad Celsius auch in den kommenden Tagen gewarnt.
Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte davor, dass die Temperaturen in weiten Teilen des Nordens der USA "bis zum 1. Februar durchgehend unter dem Gefrierpunkt" liegen könnten. Besonders im Süden herrschten "rekordverdächtig niedrige Temperaturen". Die Behörde warnte insbesondere angesichts der anhaltenden Stromausfälle vor einer gefährlichen Lage.
Der Sturm ist zwar inzwischen weitgehend abgeklungen, doch die eisige Kälte hat viele Orte nach wie vor fest im Griff. Nun droht sich wegen der Sturmfolgen auch die Wiederherstellung des Stroms zu verzögern.
Der Bürgermeister von Nashville, Freddie O'Connell, sagte Journalisten, dass in Tennessees Hauptstadt weiterhin Bäume unter der Last des vereisten Eises umstürzten. Die teilweise bereits wiederhergestellte Stromversorgung werde dadurch erneut unterbrochen. Nashville und andere Gemeinden im ganzen Land richteten inzwischen beheizte Notunterkünfte ein.
Die Beschaffenheit des Schnees ist dem New Yorker NWS-Meteorologen Dave Radell zufolge "sehr trocken" und "flockig". Die Schneemassen könnten daher leicht aufgewirbelt werden, sagte er AFP. Dies beeinträchtige sowohl die Sicht enorm und erschwere auch die Räumung der Straßen "massiv".
Die NWS-Meteorologin Allison Santorelli sagte AFP, dass die Wiederherstellung der Infrastruktur nach diesem Sturm wegen der vielen betroffenen Bundesstaaten besonders mühsam sei. Die deutlich besser für den Winter ausgerüsteten nördlichen Bundesstaaten könnten nun ihre Ressourcen nicht mit den weniger gut für den Winter ausgestatteten südlichen Regionen teilen.
Die extreme Wetterlage in den USA wird ausgelöst durch eine Verformung des Polarwirbels, dadurch gelangt kalte Luft von der Arktis nach Süden. Wissenschaftlern zufolge gibt es Hinweise, dass das gehäufte Auftreten dieses Phänomens mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte.
T.Perez--AT