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Waldbrand in der Gohrischheide in Sachsen nicht unter Kontrolle
Die Feuerwehr hat weiter gegen einen Waldbrand in der Gohrischheide in Sachsen gekämpft. Nach Angaben des Landratsamts Meißen vom Donnerstag breitete sich das Feuer in dem Naturschutzgebiet weiter aus. Landrat Ralf Hänsel (CDU) ordnete die Evakuierung einer weiteren Ortschaft an und rief für mehrere Gemeinden den Katastrophenalarm aus. Damit erhalten die Behörden weiteren Zugriff auf Mittel und Ressourcen.
Der Waldbrand in der Gorischheide war am Dienstag ausgebrochen. In der Folge griff das Feuer an einigen Stellen auch auf das angrenzende Brandenburg über. Dort entspannte sich die Situation am Donnerstag vorerst, weil der Wind drehte und sich das Feuer wieder Richtung Sachsen bewegte.
Nach Angaben der Leitstelle Lausitz in Cottbus waren länderübergreifend rund 600 Hektar von dem Brand betroffen. Das Landratsamt Meißen konnte keine aktuellen Angaben machen. Mehr als 500 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und anderer Hilfsorganisationen waren demnach bei der Brandbekämpfung in der Gohrischheide im Einsatz. In Brandenburg waren am Mittwoch zwei Feuerwehrmänner verletzt worden.
Nachdem bereits am Mittwochabend die Bewohner des Ortsteils Heidehäuser der sächsischen Gemeinde Wülknitz aus Sicherheitsgründen evakuiert wurden, darunter auch mehr als 40 Menschen einer Behindertenwohnstätte, wurde am Donnerstag auch Neudorf in der Gemeinde Zeithain mit knapp 270 Einwohner geräumt.
Der Landrat rief den Katastrophenalarm für die Gemeinden Zeithain, Wülknitz und die Stadt Gröditz aus. "Dadurch haben wir mehr Zugriff auf Mittel und Ressourcen – auch aus anderen Bundesländern und der Europäischen Union", erklärte Hänsel.
Ein Hubschrauber der Landespolizei war demnach zur Lageerkundung vor Ort im Einsatz, auch ein Wasserwerfer der Polizei sowie Fahrzeuge der Bundeswehr wurden angefordert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollte sich am frühen Abend in Zeithain ein Bild von der Lage machen.
In der Gohrischheide besteht unter anderem Explosionsgefahr durch Munitionsaltlasten im Boden, weshalb die Mittel bei der Brandbekämpfung teilweise eingeschränkt sind. Auch andernorts in Deutschland brannten aufgrund der zuletzt heißen und trockenen Witterung immer wieder Wälder.
Der Wetterumschwung nach den Hitzetagen wurde nun in einigen Regionen von Unwettern mit Hagel, Starkregen und Sturmböen begleitet, so dass die Feuerwehren von Bremen über Nordrhein-Westfalen bis hin zum Saarland am Mittwoch hundertfach zu Einsätzen ausrücken mussten. Die Rede war von umgestürzten Bäumen, beschädigten Fahrzeugen, vollgelaufenen Kellern, heruntergerissenen Stromleitungen und Blitzeinschlägen in Gebäuden.
Das für die Unwetter zuständige Tief zog dem Deutschen Wetterdienst zufolge mittlerweile Richtung Polen ab. Eine Kaltfront sorgte in Deutschland, bis auf den Südosten, am Donnerstag weitgehend für Abkühlung. Insgesamt wird es in den kommenden Tagen wechselhaft, teils mit Schauern und Gewittern.
A.Ruiz--AT