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Hoffnungsschimmer in Los Angeles: Abflauende Winde erleichtern Kampf gegen Brandkatastrophe
In Los Angeles haben abflauende Winde der Feuerwehr am Freitag ein kleines Zeitfenster für Fortschritte im Kampf gegen die Brandkatastrophe in der US-Westküstenmetropole verschafft. "Die Winde haben sich heute abgeschwächt", würden aber "in den kommenden Tagen wieder zunehmen", sagte Deanne Criswell von der US-Katastrophenschutzbehörde Fema. Angesichts der Gefahr durch Plünderer verhängte die Polizei in den von den Flammen heimgesuchten Gebieten eine nächtliche Ausgangssperre.
Seit Dienstag sind rund um die Millionenstadt mehrere große Brände ausgebrochen, die durch starken Wind angefacht wurden und sich explosionsartig ausbreiteten. Bis Freitag zerstörten die Flammen nach Angaben der Feuerwehr eine Fläche von insgesamt 15.000 Hektar. In dem Flammeninferno kamen bisher nach jüngsten Behördenangaben elf Menschen ums Leben, tausende Gebäude brannten nieder.
Mehr als 180.000 Menschen mussten in den vergangenen Tagen ihre Häuser verlassen, unter ihnen zahlreiche Hollywood-Größen und andere Prominente. Das größte Feuer fraß sich durch Pacific Palisades und brannte dort bereits rund 8000 Hektar nieder.
Aus der Luft war das erschütternde Ausmaß der Zerstörung in Pacific Palisades und im benachbarten Malibu besonders deutlich zu erkennen. Überall waren verkohlte Trümmer ehemals stattlicher Anwesen zu sehen, zerstört wurden etwa die Villen von Hotelerbin Paris Hilton und Filmstar Anthony Hopkins. Auch das Haus von Schauspieler Mel Gibson ("Braveheart") in Malibu brannte nach seinen Angaben nieder.
Ein anderer Waldbrand zerstörte in Altadena nördlich von Los Angeles mehr als 5500 Hektar. "Mein Haus ist niedergebrannt und ich habe alles verloren", sagte Hester Callul, die aus Altadena floh und Zuflucht in einer Notunterkunft fand.
Am Freitag schwächten sich die heftigen und das Feuer anfachenden Winde vor Ort etwas ab. In Pacific Palisades hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben acht Prozent der Feuerfront im Griff, in Altadena drei Prozent. Feuerwehr-Vertreter Jason Schillinger meldete "erhebliche Fortschritte" bei der Eindämmung des Feuers in Altadena.
Weitere Brandherde flammten auf, einer davon nahe der wohlhabenden Ortschaft Hidden Hills, in der Prominente wie Kim Kardashian leben. Dort konnte die Feuerwehr 50 Prozent des Brandes unter Kontrolle bringen. Zwei weitere Feuer sind den Angaben nach zu 70 und 98 Prozent eingedämmt.
Indes ging die Polizei mit Ausgangssperren gegen Plünderer vor. "Sie dürfen sich nicht in diesen betroffenen Gebieten aufhalten. Wenn Sie es doch tun, werden Sie verhaftet", sagte Bezirkssheriff Robert Luna. "Diese Ausgangssperre wird streng durchgesetzt", fuhr er fort. Sie diene der öffentlichen Sicherheit, dem Schutz von Eigentum und der Verhinderung von Einbrüchen und Plünderungen in den evakuierten Gebieten.
"Wir tun dies nicht, um jemandem Unannehmlichkeiten zu bereiten", sagte Luna. Die Ausgangssperre in den betroffenen Gebieten gilt von 18.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens.
Auch tausende Nationalgardisten waren zum Schutz der Häuser in den evakuierten Gebieten im Einsatz. "Wir setzen alles uns zur Verfügung Stehende ein inklusive unserer Nationalgardisten, um die Orte in den kommenden Tagen zu schützen", erklärte Gouverneur Gavin Newsom. Mindestens 20 mutmaßliche Plünderer wurden mittlerweile festgenommen.
Indes löste die Antwort der Behörden und ihre Vorbereitung bei vielen Bewohnern von Los Angeles angesichts einer Reihe falscher Evakuierungsalarme und versiegender Hydranten Wut aus. Newsom ordnete am Freitag eine "vollständige unabhängige Überprüfung" der städtischen Versorger an. Er bezeichnete die mangelnde Wasserversorgung während der ersten Brände als "zutiefst beunruhigend". "Wir brauchen Antworten auf die Frage, wie das passieren konnte", schrieb der Gouverneur in einem offenen Brief.
Nicole Perri, deren Haus in Pacific Palisades verbrannte, sagte der Nachrichtenagentur, die Behörden "haben uns völlig im Stich gelassen". Auf der anderen Seite der Stadt, in Altadena, sagte Nicholas Norman: "Sie haben uns, die einfachen Leute, brennen lassen."
Notfallmanager entschuldigten sich am Freitag, nachdem Evakuierungsalarme fälschlicherweise an Millionen Mobiltelefone geschickt worden waren und Panik bei den Empfängern ausgelöst hatten. "Ich kann nicht ausdrücken, wie leid es mir tut", sagte Kevin McGowan, der Direktor des Notfallmanagement-Büros im Bezirk Los Angeles.
Angesichts komplett zerstörter Gebäude und Straßenzüge sagte US-Präsident Joe Biden, die Stadt gleiche einem "Kriegsschauplatz". Es gebe eindeutige Beweise für Plünderungen. Erneut seien überdies "Demagogen" am Werk, die Falschinformationen über die Katastrophe verbreiteten. Zuvor hatte er Kalifornien weitere Bundeshilfen bereit gestellt.
H.Gonzales--AT