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Brände in Los Angeles: Biden spricht vom "verheerendsten Brand in Geschichte Kaliforniens"
Der Kampf gegen die Flammen in Los Angeles dauert an: Die außer Kontrolle geratenen Brände haben auch am Donnerstag weiter in der Millionenmetropole gewütet. Zeitweise war auch das Zentrum von Hollywood von den Flammen bedroht. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, tausende Gebäude wurden vernichtet. US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Brände als die schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens. Hunderte Soldaten der Nationalgarde wurden zur Unterstützung entsandt.
Insgesamt mussten fast 180.000 Menschen ihre Häuser verlassen, unter ihnen zahlreiche Hollywood-Größen und andere Prominente der Unterhaltungsbranche. In den beiden am schlimmsten betroffenen Orten, dem Stadtteil Pacific Palisades und der nördlichen Vorstadt Altadena, waren die Brände auch bis zum Nachmittag noch nicht eingedämmt.
In beiden Stadtteilen waren bis auf die Grundmauern niedergebrannte Häuser, verkohlte Autowracks und andere Spuren der Zerstörung zu sehen, während schwarze Rauchsäulen aufstiegen und beißender Geruch in der Luft lag. Lösch-Hubschrauber kreisten im Dauereinsatz über den Hügeln von Hollywood.
Der Chef der Bezirks-Feuerwehr, Anthony Marrone, sagte, die Brandherde in Pacific Palisades und Altadena seien "zu null Prozent eingedämmt". Allerdings habe sich die Ausbreitung aufgrund nachlassender Winde "deutlich verlangsamt". Die nationale US-Wetterbehörde warnte jedoch davor, dass eine "bedeutende Ausbreitung" der Brände wahrscheinlich bleibe.
Bei dem Feuer in Altadena kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, mehr als 4200 Hektar Fläche verbrannten. "Die Flammen haben alle unsere Träume verzehrt. Wir haben praktisch alles verloren", sagte der Anwohner William Gonzales der Nachrichtenagentur AFP vor seinem bis auf die Grundmauern abgebrannten Haus in Altadena.
Am Mittwoch hatten die kalifornischen Behörden zunächst eine Teilevakuierung von Hollywood angekündigt. Das Feuer in den Hollywood Hills brach am Mittwochabend aus - nur wenige hundert Meter vom berühmten Hollywood Boulevard entfernt. Am Donnerstag wurden die Evakuierungsanordnungen für den weltbekannten Stadtteil aber wieder aufgehoben.
Rund um Los Angeles waren seit Dienstag insgesamt fünf große Brände ausgebrochen, die durch starken Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometer zunächst weiter angefacht wurden und sich explosionsartig ausbreiteten.
Insgesamt sei mit "mehreren Tausend" zerstörten Gebäuden zu rechnen, sagte die Leiterin der Feuerwehrbehörden von Los Angeles, Kristin Crowley am Donnerstag. Allein im noblen Vorort Pacific Palisades am Nordwestrand von Los Angeles brannten ihren Angaben zufolge mindestens 7700 Hektar mitsamt rund tausend Gebäuden nieder.
Zerstört wurden unter anderem auch Luxusvillen im Millionenwert von Filmstars und anderen Prominenten. Betroffen von den Bränden waren unter anderen Billy Crystal, Mark Hamill, Jamie Lee Curtis, James Woods oder auch Mandy Moore.
Angesichts der in der Gegend herrschenden Trockenheit hatte die Feuerwehr nicht genug Wasser für die Löscharbeiten - und auch nicht genug Personal. Bei den Löscharbeiten kamen am Donnerstag zusätzliche Hubschrauber zum Einsatz.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sagte, "mehr als 7500" Menschen, teils auch Kräfte aus anderen US-Bundesstaaten, seien am Kampf gegen die "Brände von beispiellosem Ausmaß" beteiligt.
Unterdessen plünderten in von den Bränden besonders betroffenen Gebieten Menschen von ihren Bewohnern verlassene Häuser. Die Behörden kündigten ein hartes Vorgehen an. Plünderer würden "zur Rechenschaft gezogen", sagte Kathryn Barger vom Verwaltungsbezirk Los Angeles. Die Polizei habe in diesem Zusammenhang bereits 20 Menschen festgenommen. In den evakuierten Gebieten der Vorstadt Santa Monica wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.
Um die Behörden zu unterstützen, wurde nun auch die Nationalgarde mobilisiert. Seine Dienststelle habe offiziell die Unterstützung der kalifornischen Nationalgarde angefordert, sagte der Sheriff von Los Angeles, Robert Luna, am Donnerstag vor Journalisten. In den vergangenen 24 Stunden hätten sich etwa 400 Mitglieder der Nationalgarde im ganzen Bundesstaat zur Unterstützung bereitgehalten. "Wir erwarten, dass sie bereits heute Abend vor Ort sein können."
Gouverneur Newsom habe die Anfrage genehmigt, fügte Luna hinzu. Seine Beamten würden in den Evakuierungszonen patrouillieren und jeden festnehmen, der sich dort nicht aufhalten dürfe.
US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Brände als die schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens und sagte weitere Hilfen des Bundes zu. "Dies ist der größte und verheerendste Brand in der Geschichte Kaliforniens", sagte Biden am Donnerstag bei einer Sondersitzung hochrangiger Regierungsvertreter im Weißen Haus. Die Brände in Los Angeles zeigten demnach einmal mehr, dass der Klimawandel "real" sei. "Es gibt eine globale Erwärmung", sagte Biden.
Der scheidende Präsident hatte zuvor seine für Donnerstag geplante Reise nach Italien abgesagt, um sich auf die "Leitung der vollumfänglichen Reaktion der Bundesbehörden" zu konzentrieren.
Bidens designierter Nachfolger Donald Trump nutzte die Brandkatastrophe für Angriffe auf politische Gegner. Gouverneur Newsom traktierte er mit der Schmähung "Newscum" - abgeleitet von dem englischen Wort "scum" für Abschaum - und forderte dessen Rücktritt. "Es ist alles seine Schuld", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Zuvor hatte Trump behauptet, Kalifornien leide nur deshalb unter Wassermangel, da die in dem Westküstenstaat regierenden Demokraten wegen eines "nutzlosen Fisches" Regenwasser umleiten würden.
A.Clark--AT