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Macron gedenkt der Opfer des islamistischen Angriffs auf "Charlie Hebdo" 2015
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Dienstag schweigend der Opfer des islamistischen Anschlags auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" vor zehn Jahren gedacht. Er nahm gemeinsam mit Premierminister François Bayrou, mehreren Regierungsmitgliedern und der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo an einer Gedenkfeier vor dem ehemaligen Redaktionssitz von "Charlie Hebdo" teil und legte ein Blumengebinde nieder. Die Angehörigen der Opfer hatten sich gegen eine Ansprache des Präsidenten ausgesprochen.
Zwei islamistische Attentäter waren am 7. Januar 2015 in das Redaktionsgebäude eingedrungen und hatten dort und auf der Flucht zwölf Menschen getötet. Zu den Toten zählten die bekanntesten Karikaturisten des Landes, Charb, Cabu, Tignous, Honoré und Wolinski.
Nach einer zweitägigen Verfolgungsjagd erschoss die Polizei die beiden Täter, die Brüder Chérif und Saïd Kouachi, nördlich von Paris. Es handelte sich um Franzosen algerischer Herkunft, die sich dem Terrornetzwerk Al-Kaida angeschlossen hatten.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Wir fühlen heute wie damals mit unseren französischen Freunden. Der Angriff galt unseren gemeinsamen Werten von Freiheit und Demokratie – das akzeptieren wir niemals", schrieb er im Onlinedienst X.
Weitere Gedenkmomente waren anschließend in der Nähe der ehemaligen Redaktion geplant, wo die Täter einen Polizisten erschossen hatten, sowie vor dem koscheren Supermarkt am Stadtrand von Paris, wo vier Menschen von einem Komplizen der Täter getötet wurden. Er hatte mehrere Menschen in Geiselhaft genommen, um freies Geleit für die Charlie-Hebdo-Angreifer zu erpressen.
Macron zeigte sich anlässlich des zehnten Jahrestags der Anschläge bereit, das Vorhaben einer zentralen Gedenkstätte für Terroropfer in dem Pariser Vorort Suresnes wieder aufzunehmen. Dieses solle nun doch so umgesetzt werden wie ursprünglich geplant, hieß es in seinem Umfeld.
Die vorherige Regierung unter Premierminister Michel Barnier hatte das Projekt ohne Absprache mit den Betroffenen aus finanziellen Gründen eingestellt. Es soll 95 Millionen Euro kosten und 2027 eröffnet werden. Nach Informationen der Zeitung "Le Monde" sind bis zu acht Millionen Euro bereits ausgegeben.
Die Satirezeitung "Charlie Hebdo" war von Islamisten bedroht worden, seit sie 2006 als eine der wenigen Zeitungen weltweit die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" nachgedruckt hatten. Die Täter schrien bei ihrer Flucht "Wir haben den Propheten gerächt! Wir haben Charlie Hebdo getötet!"
Ihre Tat wurde weithin als ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit aufgefasst und löste eine beispiellose Solidaritätswelle aus. Der Spruch "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) ging um die Welt. Zu einem Gedenkmarsch am 11. Januar reisten dutzende Staats- und Regierungschefs nach Paris. Rund 1,5 Millionen Menschen gingen in der französischen Hauptstadt auf die Straße, landesweit fast vier Millionen.
P.Smith--AT