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Mordprozess nach Tod von 26-Jährigem an Berliner U-Bahnhof Kottbusser Tor begonnen
Rund ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines 26 Jahre alten Manns auf dem Bahnsteig eines Berliner U-Bahnhofs hat vor dem Landgericht das Verfahren gegen drei Tatverdächtige begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern im Alter von 18, 19 und 24 Jahren vor, das Opfer heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben, wie aus der zu Prozessbeginn am Dienstag verlesenen Anklage hervorging.
Laut Staatsanwaltschaft lauerten die Angeklagten dem 26-Jährigen am 22. Juni mittags auf dem unterirdischen Bahnsteig am Kottbusser Tor im Stadtteil Kreuzberg auf. Zunächst lenkten der 19-Jährige und der 24-Jährige ihn ab und bedrohten ihn, woraufhin der 18-Jährige mit einem Messer in die linke Brust und Flanke des Opfers stach. Daraufhin flohen die mutmaßlichen Täter mit der U-Bahn, während sich das Opfer noch mit der Rolltreppe in das Zwischengeschoss des Bahnhofs schleppte. Dort erlag es seinen schweren Verletzungen.
Hintergrund war laut Staatsanwaltschaft ein Streit um den Handel mit unerlaubten Arzneimitteln. Die Beschuldigten hätten sich in ihrer Ehre verletzt gefühlt und dem Geschädigten Respektlosigkeit vorgeworfen, befand die Anklage.
Der im Gazastreifen geborene 24-Jährige wurde acht Tage nach der Tat bei einer Polizeikontrolle am Hermannplatz in Berlin-Neukölln aufgegriffen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der aus dem Libanon stammende 18-Jährige wurde tags darauf in seiner Wohnung im Stadtteil Wedding festgenommen.
Der 19-Jährige, der ebenfalls aus dem Gazastreifen stammt und bei dem die Staatsanwaltschaft zunächst angegeben hatte, dass er 22 Jahre alt sei, floh zunächst nach Griechenland. Dort wurde er am 9. September festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.
Für das Verfahren wurden zunächst zwölf Verhandlungstage angesetzt. Für den zweiten Prozesstag am 7. Januar kündigte die Verteidigung Erklärungen der Angeklagten an. Mit einem Urteil wird im März gerechnet.
E.Rodriguez--AT