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US-Autobauer GM gibt sein Geschäft mit Robotaxis auf
Nach einem schlimmen Unfall vor rund einem Jahr und dem Entzug der Betriebserlaubnis gibt der US-Autobauer General Motors (GM) sein Geschäft mit fahrerlosen Taxis auf. GM teilte am Dienstag mit, die Entwicklung des Projekts würde auf dem zunehmend wettbewerbsintensiven Robotaxi-Markt "erheblichen Zeit- und Ressourcenaufwand" benötigen. Der Autobauer will sich stattdessen auf die Entwicklung fortschrittlicher Fahrassistenzsysteme konzentrieren.
Der Schritt markiert eine Kehrtwende für den Konzern: General Motors hatte das Startup Cruise 2016 gekauft und seitdem Milliarden von Dollar in die Weiterentwicklung der selbstfahrenden Autos gesteckt. Der Unfall in San Francisco Ende Oktober 2023 allerdings war ein schwerer Rückschlag: Eine Frau geriet unter ein Robotaxi von Cruise; Feuerwehrleute mussten das Fahrzeug anheben, um die schwer verletzte Frau unter dem Auto bergen zu können. Zuvor hatte es zwei Zusammenstöße gegeben.
Nach diesen Unfällen entzogen die Behörden in San Francisco Cruise die Erlaubnis für den Betrieb der Robotaxis. Das Unternehmen stoppte die Ausweitung seines Betriebs auf andere US-Bundesstaaten und entließ 900 Leute - ein Viertel seiner Belegschaft.
"Das Robotaxi-Geschäft ist nicht das Kerngeschäft von General Motors", begründete GM-Chefin Mary Barra nun das Aus. Der japanische Autobauer Honda, der an Cruise beteiligt ist, erklärte auf Anfrage von AFP, das Unternehmen werde den für 2026 geplanten Start in Japan nun überdenken, auch ein Stopp sei möglich.
Führender Anbieter von Robotaxis in den USA ist nach dem Rückzug von GM nun Waymo, eine Tochter der Google-Mutter Alphabet. Waymo bietet Fahrten im Robotaxi in San Francisco, Los Angeles und Phoenix an; zusammen mit dem Fahrtenvermittler Uber ist das Angebot auch in Atlanta und Austin geplant. Amazons Tochter Zoox testet gerade fahrerlose Autos ohne Lenkrad in Kalifornien und Las Vegas - die maximal vier Fahrgäste sitzen sich gegenüber. Tech-Milliardär Elon Musk hat angekündigt, sein Robotaxi namens Cybercab solle vor 2027 auf dem Markt sein.
GM-Chefin Barra sagte am Dienstag, das Engagement des Konzerns für die "autonome Technologie" sei trotz der Aufgabe von Cruise "unerschütterlich". GM-Europachef Pere Brugal hatte kürzlich angekündigt, GM wolle sein System zum automatisierten Fahren namens Super Cruise möglichst schon im kommenden Jahr nach Europa bringen. Der Fahrer oder die Fahrerin kann dabei die Hände vom Lenkrad nehmen, das Auto steuert selbstständig. Die Verantwortung bei einem Unfall hat aber der Mensch am Steuer. Deswegen kontrollieren Kameras im Fahrzeug, ob er nach vorn sieht.
E.Rodriguez--AT