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Durchsuchungen bei mutmaßlichen Clanmitgliedern in Hessen wegen Betrugs
Mit einer Durchsuchung sind Ermittler in Hessen gegen mutmaßliche Clanmitglieder wegen des Vorwurfs des Betrugs vorgegangen. Im Fokus stehen fünf Beschuldigte, die zu einer Familie aus dem Rhein-Main-Gebiet gehören sollen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Mittwoch mitteilte. Einem 37-Jährigem wird vorgeworfen, eine Autoverkäuferin mit dem sogenannten Öl-Kühlwassertrick getäuscht zu haben.
Bei dieser Masche wird einem Autoverkäufer ein Motorschaden vorgetäuscht, nachdem in einem unbeobachteten Moment bei der Besichtigung durch ein präpariertes Taschentuch kleine Mengen Motoröl in den Kühlwasserbehälter gegeben wurden. Dadurch soll der 37-Jährige das Auto deutlich unter Wert gekauft haben, um es anschließend weiterzuverkaufen.
Zwei Frauen werfen die Ermittler Sozialleistungsbetrug vor. Die anderen zwei Beschuldigten sollen beim Kauf und Weiterverkauf von Autos Umsatzsteuern hinterzogen haben. Drei Wohnungen wurden am Mittwoch durchsucht. Dabei wurden unter anderem Bargeld in fünfstelliger Höhe und 30 Luxusuhren beschlagnahmt.
Das Verfahren ist Teil eines Komplexes, in dem seit 2018 gegen insgesamt 60 Angehörige mehrerer miteinander verbundener Großfamilien ermittelt wird. Es geht um Betrug, Steuerhinterziehung, Urkundenfälschung, Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche. Bislang wurden nach Angaben der Ermittler 2,4 Millionen Euro an Vermögenswerten beschlagnahmt, darunter Immobilien, Fahrzeuge, Bargeld und Schmuck.
Gegen 36 Menschen wurden Anklagen erhoben beziehungsweise Strafbefehle beantragt. 24 davon wurden bereits zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt. Einige Urteile sind bereits rechtskräftig. In dem Gesamtkomplex verhängten die Gerichte bislang Haftstrafen von mehr als 42 Jahren. Mehr als eineinhalb Millionen Euro an Gewinnen aus Straftaten wurden eingezogen.
A.Moore--AT