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Zehn deutsche IS-Anhängerinnen samt Kindern aus Syrien zurückgeholt
Die Bundesregierung hat zehn deutsche Anhängerinnen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mitsamt ihrer 27 Kinder nach Deutschland zurückgeholt. "In einer äußerst schwierigen Aktion konnten wir heute 27 deutsche Kinder und zehn Mütter aus dem Lager Roj in Nordostsyrien nach Deutschland zurückholen", erklärte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in der Nacht zum Donnerstag. Einige der Frauen seien direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland in Haft genommen worden.
"Die 27 Kinder sind letztlich Opfer des IS, und sie haben ein Recht auf eine bessere Zukunft fernab seiner tödlichen Ideologie, und auf ein Leben in Sicherheit, wie wir es auch unseren eigenen Kindern wünschen", erklärte Baerbock. Die Mütter hingegen müssten sich für ihr Handeln verantworten.
Mit der am Mittwoch erfolgten Aktion sei nun "der Großteil der deutschen Kinder, deren Mütter zur Rückkehr nach Deutschland bereit sind, in Sicherheit gebracht" worden, erklärte Baerbock. Es gebe jetzt "nur noch wenige, besonders gelagerte Fälle", für die die Bundesregierung weiter "an individuellen Lösungen" arbeite.
Die Frauen waren in syrischen Lagern von kurdischen Milizen festgehalten worden. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung erwirkte der Generalbundesanwalt Haftbefehle gegen vier von ihnen. Sie stammen demnach aus Nürnberg, Aschersleben, Idar-Oberstein und Frankfurt. Ihnen werden dem Bericht zufolge unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt. Gegen die weiteren Frauen, die aus Schwerin, Lüdenscheid, Münster, Bremen und Frankfurt stammen sollen, ermitteln laut "Bild" die Generalstaatsanwaltschaften der Länder.
Es handelte sich um die bislang größte Rückholaktion dieser Art. Laut Verfassungsschutz waren seit 2012 mindestens 1150 Menschen aus Deutschland aus islamistischen Beweggründen ins damalige Herrschaftsgebiet der IS-Miliz nach Irak und Syrien ausgereist. Schätzungsweise ein Drittel von ihnen war weiblich.
Inzwischen sind einige von ihnen, die sich in Nordsyrien oder im Irak in Gewahrsam befanden, nach Deutschland zurückgekehrt - überwiegend Frauen mit minderjährigen Kindern. Die Zahl von Rückkehrern, die in Deutschland inzwischen rechtskräftig verurteilt wurden, bewegt sich laut Bundesamt für Verfassungsschutz im mittleren zweistelligen Bereich.
Mehrere jener Frauen, die am Mittwoch nach Deutschland zurückgebracht wurden, seien nach der militärischen Niederlage des IS Anfang 2019 in Syrien von kurdische Milizen festgenommen worden, hieß es in der "Bild"-Zeitung und in einem Bericht des SWR. Laut der "Bild"-Zeitung waren einige von ihnen bereits 2017 aus dem Herrschaftsgebiet des IS geflohen und hatten sich den Kurden ergeben.
Bei einer der aktuellen Rückkehrerinnen handelt es sich nach SWR-Informationen um eine 27-Jährige aus Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Sie sei 2014 zum IS ausgereist, soll dort zwei mutmaßliche Dschihadisten geheiratet und unter anderem im Besitz eines Sturmgewehrs gewesen sein. Gegen sie werde wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt.
R.Garcia--AT