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Sechs Festnahmen bei bundesweitem Schlag gegen sogenanntes Hawala-Banking
Bei einem Schlag gegen das sogenannte Hawala-Banking haben rund 700 Polizisten am Mittwoch sechs Tatverdächtige festgenommen. Diese zählen zu einer Gruppe aus 32 Beschuldigten, die am regulären Bankensystem vorbei ein paralleles Bankensystem aufgebaut und geführt haben soll, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. Im Zuge der Razzia seien rund 1,9 Millionen Euro sowie eine Gewerbeimmobilie beschlagnahmt worden.
Die Razzia fand in Berlin, Mittenwalde, Schönefeld, Hamburg, Essen, Mannheim sowie Haßloch statt. Auf die Spur der Verdächtigen waren die Ermittler durch einen Hinweis aus den USA aus dem Jahr 2018 gekommen, wonach Unbekannte illegale Gewinne aus dem Handel mit Kokain sammelten, wuschen und das auf diesem Weg legalisierte Geld an Hintermänner ins Ausland weiterleiteten.
Hauptbeschuldigter ist ein 46 Jahre alter Mann aus Berlin, der als Groß-Hawaldar einer Vielzahl von Kunden die Möglichkeit geboten haben soll, gegen Zahlung einer Provision Geldüberweisungen außerhalb des staatlich genehmigten Banken- und Finanzwesens - insbesondere von Deutschland in den Libanon - vorzunehmen. Außerdem soll er Gelder aus Straftaten Dritter gewaschen haben.
Der 46-Jährige soll das gesamte Management des Geldsystems übernommen haben. Seit November 2018 sollen über sein System rund 165 Millionen Euro bewegt worden sein.
Der Ausgleich von Bargeldbeständen in deutschen Zahlungsbüros und den Zahlungsbüros im Libanon sei unter anderem durch den Transfer von Geldern für sogenannte Rückwärtskunden gelaufen. Einer dieser Kunden, ein 42-jähriger Autohändler, soll mit gebrauchten Lastwagen aus überwiegend osteuropäischen Staaten gehandelt, diese anschließend nach Afrika exportiert und dort veräußert haben.
Die Erlöse sollen auf unbekanntem Weg in den Libanon transferiert worden sein. Vom Haupttäter soll der 42-Jährige dann mindestens 3,4 Millionen Euro in bar kassiert haben.
D.Lopez--AT