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Schwedisches Gericht klagt Russlandschweden wegen Spionage für Moskau an
Ein Gericht in Schweden hat am Montag einen Mann mit schwedischer und russischer Staatsbürgerschaft wegen des Verdachts auf Spionage für Moskau angeklagt. Der 60-jährige Sergei Skvortsov sei wegen "illegaler Geheimdienstaktivitäten" gegen die USA und Schweden angeklagt worden, hieß es in Gerichtsdokumenten. Justizminister Gunnar Strommer sprach von "außerordentlich ernsten" Vorwürfen.
Skvortsov soll Informationen und Produkte westlicher Technologien an den russischen Militärgeheimdienst GRU weitergeleitet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, über einen Zeitraum von rund zehn Jahren "diverse Gegenstände" beschafft zu haben, die für Moskau und die russischen Streitkräfte wegen Exportbeschränkungen und Sanktionen nicht auf dem freien Markt verfügbar waren. Laut der Anklage hatte Skvortsov seit 2013 die USA und seit 2014 Schweden ausspioniert.
Staatsanwalt Henrik Olin warf dem 60-Jährigen vor, "die vom russischen Staat und den Streitkräften angeforderten Gegenstände" beschafft und den Transport der Waren organisiert zu haben. Dabei soll er den Empfänger der Lieferungen verschleiert haben. Es habe sich hauptsächlich um "elektronische Geräte" gehandelt, von denen viele aus den USA stammten, erläuterte Olin.
Es habe eine "ernste Gefahr für nationale Sicherheitsinteressen in Schweden und den USA" bestanden, bekräftigte Olin. "Sie müssen sich nur das Schlachtfeld in der Ukraine ansehen, um zu erkennen, dass es einen echten Bedarf vonseiten des russischen militärisch-industriellen Komplexes gibt", fügte er hinzu.
Skvortsov drohen bei einer Verurteilung bis zu vier Jahre Haft. Er hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Der Prozess beginnt nach Angaben des zuständigen Bezirksgerichts in Stockholm am 4. September. Aus Gründen der nationalen Sicherheit soll während des dreiwöchigen Verfahrens teilweise hinter verschlossenen Türen verhandelt werden.
Skvortsov und seine Frau waren im November bei einer Razzia im Morgengrauen unter Einsatz zweier Hubschrauber vom Typ Blackhawk und eines Sondereinsatzkommandos in ihrem Haus im Stockholmer Vorort Nacka festgenommen worden. Seine Frau wurde später freigelassen und steht nicht mehr unter Verdacht. Das Paar war in den 1990er Jahren nach Schweden ausgewandert. Beide hatten zwischenzeitlich hohe Positionen in mehreren Unternehmen für den Im- und Export industrieller Güter inne.
Erst im Januar war in Schwedens bisher größtem Spionageskandal ein Urteil gesprochen worden. Der ehemalige schwedische Geheimdienstmitarbeiter Peyman Kia wurde wegen Spionage für den russischen Militärnachrichtendienst (GRU) zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Sein Bruder erhielt eine knapp zehnjährige Gefängnisstrafe.
T.Perez--AT