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Biden reist nach Brand-Katastrophe auf Hawaii am Montag auf betroffene Insel
Nach der Brandkatastrophe auf Hawaii mit mehr als 100 Toten reist US-Präsident Joe Biden am kommenden Montag auf die besonders hart getroffene Insel Maui. Der Präsident und seine Ehefrau Jill werden dort Betroffene, Rettungskräfte und Behördenvertreter treffen, wie Bidens Sprecherin Karine Jean-Pierre am Mittwoch mitteilte. Sie wollten sich "aus erster Hand" ein Bild von den Verwüstungen machen und über nächste Schritte für einen Wiederaufbau sprechen.
Biden selbst hatte am Dienstag gesagt, er und seine Ehefrau wollten "so bald wie möglich nach Hawaii reisen". Er wolle aber sichergehen, den Bergungsarbeiten "nicht im Weg zu stehen".
Die Brände hatten Anfang vergangener Woche auf der Insel Maui und der benachbarten Insel Hawaii - auch bekannt als Big Island - begonnen und sich teils rasend schnell ausgebreitet. Die bei Touristen beliebte historische Stadt Lahaina an der Westküste von Maui wurde fast vollständig zerstört. Dort stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 106.
Der Gouverneur des US-Bundesstaates im Pazifik, Josh Green, hat wiederholt gewarnt, dass die Opferzahl sich noch deutlich erhöhen könnte. Die Suche nach Vermissten wird nach seinen Angaben noch Tage dauern, da die Teams mit ihren Spürhunden nur langsam in den völlig verbrannten Vierteln von Lahaina vorankommen.
Noch schwieriger ist die Identifizierung der verkohlten Leichen. Bisher konnten nach Angaben der Behörden von Maui die sterblichen Überreste von fünf Opfern mit Hilfe von DNA-Proben ihrer Verwandten identifiziert werden. Unterstützung kommt nun von einem Experten-Team des US-Gesundheitsministeriums, das am Dienstag mit einer mobilen Leichenhalle auf Maui eintraf.
Derweil gibt es Vermutungen, dass die Brände teilweise durch Stromleitungen ausgelöst worden sein könnten. Die "Washington Post" veröffentlichte Aufnahmen einer Überwachungskamera vom späten Montagabend vergangener Woche, die einen Lichtblitz und dann ein Feuer auf Maui zeigen. Der Lichtblitz könnte demnach dadurch entstanden sein, dass Vegetation auf die Stromleitung fiel. Allerdings handelt es sich bei dem gezeigten Brand nicht um das Feuer, das Lahaina zerstörte.
Gegen den Stromversorger Hawaiian Electric ist bereits eine Sammelklage eingereicht worden. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, trotz der hohen Brandgefahr und starker Winde den Strom nicht abgeschaltet zu haben. Unternehmenschefin Shelee Kimura wies die Vorwürfe zurück. Sie erklärte, dass der Strom bei Bränden grundsätzlich nicht abgeschaltet werde - unter anderem, weil die Wasserpumpen mit Strom betrieben würden.
Viele Einheimische befürchten unterdessen, dass zahlungskräftige Bauunternehmer die Verzweiflung der Menschen von Lahaina ausnutzen und versuchen könnten, die zerstörten Grundstücke aufzukaufen, um dort Luxuswohnungen oder lukrative Unterkünfte zur Kurzzeitmiete zu bauen. Green ging am Dienstag auf diese Sorge ein.
Ziel seiner Regierung sei es, beim Wiederaufbau dafür zu sorgen, dass die Interessen der Menschen in Lahaina im Vordergrund stünden, sagte der Politiker der Demokratischen Partei von Präsident Biden. "Folglich werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass dieses Land in die Hände von Außenstehenden fällt".
H.Gonzales--AT