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Rauch von Waldbränden in Kanada sorgt für massive Luftverschmutzung in den USA
Rauch von den schweren Waldbränden in Kanada hat zu massiven Luftverschmutzungen an der US-Ostküste geführt und Städte wie New York in apokalyptisch wirkenden Dunst gehüllt. Mehr als hundert Millionen Menschen in den USA waren von erhöhten Gesundheitswarnstufen zur Luftqualität betroffen, wie die US-Umweltbehörde EPA der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mitteilte. In Kanada wurden tausende Menschen vor den Feuern in Sicherheit gebracht.
Die Luftverschmutzung verursachte ein unheimliches, gelbliches Glimmen über New Yorks Skyline, hüllte die Freiheitsstatue in Smog, führte zu Flugverspätungen und der Absage von Sportveranstaltungen. Viele Menschen setzten wieder Schutzmasken auf, die in der Corona-Pandemie weit verbreitet waren.
New Yorks Bürgermeister Eric Adams rief die Bevölkerung auf, Aktivitäten im Freien "so weit wie möglich" einzuschränken. "Heute ist nicht der Tag, um für einen Marathon zu trainieren." Menschen mit Atemwegsbeschwerden, Ältere und Kinder sollten sich nur in Innenräumen aufhalten. Schulen blieben zwar geöffnet, Aktivitäten im Freien wurden für Mittwoch aber gestrichen. Auch in Washington sagten Schulen Aktivitäten im Freien ab.
Der 30-jährige thailändische Tourist Nicha Suaittiyanon beklagte sich über tränende und juckende Augen. "Es riecht, als ob jemand grillt", sagte er.
Die Warnungen betrafen laut EPA den weitesten Teil des Nordostens der USA und erstrecken sich in Richtung Westen bis Chicago und in Richtung Süden bis Atlanta. Für die Betroffenen gilt demnach die Warnstufe Orange oder höher.
Warnstufe Orange entspricht einer Luftverschmutzung, die mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit empfindlicher Bevölkerungsgruppen wie älteren Menschen oder Kinder hat. Viele große Städte wie New York und Washington waren am Mittwoch von einer höheren, roten Alarmstufe betroffen, bei der die Luftqualität auch für die allgemeine Bevölkerung als ungesund angesehen wird.
Die seit Wochen in Kanada wütenden Waldbrände gälten als Hauptursache, hieß es. Es könnten aber auch vor Ort ausgestoßene Schadstoffemissionen und das Wetter eine Rolle spielen.
In Kanada lodern schon seit Wochen schwere Waldbrände. In diesem Jahr wurden schon mehr als 2200 Feuer registriert, rund 3,8 Millionen Hektar Wald brannten ab. Winde tragen die Rauchpartikel zum südlichen Nachbarn USA. Experten zufolge hat sich die Häufigkeit und Schwere von Waldbränden wegen des Klimawandels vergrößert.
Nach Angaben des Regierungschefs der Provinz Québec, Francois Legault, wurden mehr als 11.000 Menschen in der Provinz bereits evakuiert, 4000 sollten folgen.
US-Präsident Joe Biden erklärte im Onlinedienst Twitter, die USA hätten 600 Feuerwehrleute sowie weitere Kräfte und Ausrüstung nach Kanada entsendet, um im Kampf gegen die Flammen zu helfen. In einem Telefonat mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau habe Biden "zusätzliche Unterstützung" angeboten, hieß es aus dem Weißen Haus.
Trudeau schrieb auf Twitter, er habe Biden für die Hilfe der USA gedankt. "Diese Feuer beeinflussen tagtägliche Abläufe, Leben und Existenzgrundlagen", erklärte der kanadische Regierungschef. "Wir werden weitere daran arbeiten (...) den Klimawandel zu bekämpfen und uns mit seinen Auswirkungen zu befassen", fügte er hinzu.
A.Taylor--AT