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US-Denkfabrik fordert Veröffentlichung von Harrys Einwanderungspapieren
Die einflussreiche konservative US-Denkfabrik Heritage Foundation hat vor einem Gericht in Washington die Herausgabe der Einwanderungspapiere von Prinz Harry gefordert. In ihrer am Dienstag vor einem Bezirksgericht eingebrachten Klage bezieht sich die Denkfabrik darauf, dass Harry mehrere "Drogendelikte" sowohl in den USA als auch in den anderen Staaten öffentlich zugegeben habe - und das US-Recht Menschen wegen solcher Vergehen "üblicherweise" die Einreise ins Land untersage.
Hintergrund der Anhörung sind Äußerungen Harrys in seinem kürzlich erschienenen Buch "Reserve", er habe mehrfach illegale Drogen konsumiert. Die Heritage Foundation forderte in dem Verfahren einen Bundesrichter dazu auf, das für Einwanderungsfragen zuständige Heimatschutzministerium (DHS) zur Herausgabe der Einwanderungsunterlagen des Prinzen aufzufordern.
Die DHS hatte zuvor bereits zweimal eine Herausgabe der Dokumente ohne Zustimmung Harrys abgelehnt. Richter Carl Nichols forderte das Ministerium nun auf, bis 13. Juni auf die Aufforderung zu antworten.
Die Heritage Foundation interessiert sich insbesondere für den von Harry ausgefüllten Fragebogen, den Menschen vor der Einwanderung in die USA ausfüllen müssen - und der unter anderem Fragen zum Drogenkonsum enthält. Die Organisation beruft sich in ihrer Klage auf das US-Informationsfreiheitsgesetz Freedom of Information Act. Zur Begründung erklärte die Organisation unter anderem, es gebe ein "großes öffentliches und mediales Interesse" für den Fall.
Harry und seine Frau Meghan Markle, die US-Bürgerin ist, zogen im Januar 2020 in die USA, nachdem sie sich von ihren Pflichten im britischen Königshaus zurückgezogen hatten. In seinem im Januar unter dem englischen Originaltitel "Spare" erschienen Buch schreibt Harry, er habe unter anderem Marihuana, Kokain und psychedelische Drogen konsumiert.
Die Heritage Foundation verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren ausländischen Prominenten wie dem argentinischen Fußballstar Diego Armando Maradona und der britischen Pop-Sängerin Amy Winehouse wegen früheren Drogenkonsums die Einreise in die USA verweigert worden war.
Harry selbst erschien zu dem Verfahren in Washington nicht vor Gericht. Er sagte am Dienstag vor einem Londoner Gericht in einem Verfahren gegen dem britischen Medienkonzern Mirror Group Newspapers wegen des Vorwurfs der illegalen Informationsbeschaffung aus. Harry erhob darin schwere Vorwürfe gegen die Boulevardmedien seines Landes, denen er unter anderem eine "Invasion" in sein Leben vorwarf.
A.Williams--AT