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Nahezu 1000 Khan-Anhänger in Pakistan nach dessen Festnahme in Gewahrsam
Die Polizei in Pakistan hat eigenen Angaben zufolge nahezu 1000 Anhänger des früheren Premierministers Imran Khan in der Provinz Punjab festgenommen. Polizeieinheiten hätten "945 Gesetzesbrecher und Unruhestifter" in der bevölkerungsreichsten Provinz des Landes in Gewahrsam genommen, teilten die Beamten am Mittwoch mit. Ihren Angaben zufolge wurden bei den gewaltsamen Ausschreitungen seit Khans Festnahme am Dienstag rund 130 Polizisten und Beamte verletzt.
Örtlichen Medienberichten zufolge lieferten sich Polizei und Khan-Anhänger in der Nacht stundenlange Gefechte in verschiedenen Städten des Landes. Demnach wurden dabei zwei Menschen getötet.
Medienberichten zufolge musste Khan sich am Mittwoch vor einem Sondergericht im Polizeipräsidium der Hauptstadt Islamabad wegen Bestechung verantworten. Laut dem Sender Geo TV durfte sich der Ex-Premier während der Anhörung mit seinen Anwälten beraten. Das Gericht selbst machte jedoch zunächst keine Angaben zu dem nichtöffentlichen Verfahren.
In der gesamten Hauptstadt herrschte am Mittwoch ein großes Sicherheitsaufgebot, insbesondere rund um das Gerichtsgebäude. Am Mittwoch blockierten etliche Demonstranten einige Straßen nach Islamabad.
Khans Festnahme am Dienstag hatte landesweit wütende Proteste ausgelöst. Sie ereignete sich kurz nachdem das Militär Khan gewarnt hatte, keine "unbegründete Anschuldigungen" gegen die Armee zu erheben. Der Ex-Präsident hatte am Wochenende erneut einen hochrangigen Offizier des Geheimdienstes beschuldigt, an einem Attentat auf ihn im vergangenen Jahr beteiligt gewesen zu sein.
Gegen den früheren Premierminister laufen mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen. Die pakistanische Wahlkommission wirft ihm vor, Staatsgeschenke aus seiner Zeit als Regierungschef für sich behalten zu haben. Khan bezeichnet die Strafverfolgung als politisch motiviert, bei seinen öffentlichen Auftritten kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern, politischen Gegnern und Sicherheitskräften.
Khan war 2018 in Pakistan mit dem Versprechen an die Macht gelangt, Korruption und Vetternwirtschaft zu bekämpfen. In seiner Regierungszeit verschlechterte sich seine Beziehung zum mächtigen Militär, das seinen Aufstieg zur Macht gestützt hatte, jedoch zunehmend. Vor knapp einem Jahr wurde er durch ein Misstrauensvotum in der Nationalversammlung gestürzt. Der konservative Politiker Shehbaz Sharif wurde zu seinem Nachfolger gewählt.
W.Nelson--AT