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Wütende Proteste in Pakistan nach Festnahme von Ex-Regierungschef Khan
Die Festnahme des früheren Premierministers Imran Khan hat in Pakistan wütende Proteste ausgelöst. In Karachi und Lahore ging die Polizei am Dienstag mit Tränengas und Wasserwerfern gegen wütende Demonstranten vor. In der Hauptstadt Islamabad, im benachbarten Rawalpindi und in Peshawar blockierten Protestierende Straßen.
Laut Polizei wurde Khan bei einem Gerichtstermin in einem gegen ihn laufenden Korruptionsverfahren festgenommen. Fernsehbilder zeigten, wie Khan auf dem Gelände des Obersten Gerichtshofs in Islamabad von dutzenden Paramilitärs in ein gepanzertes Auto gehievt wird. Ein Anwalt von Khans Partei Tehreek-e-Insaf (PTI) sagte, die Sicherheitskräfte hätten Khan und seine Begleiter angegriffen, als sie sich im Gebäude angemeldet hätten: "Sie schlugen ihn und zerrten in raus."
Die Festnahme ereignete sich kurz nachdem das Militär Khan gewarnt hatte, keine "unbegründete Anschuldigungen" gegen die Armee zu erheben. Der Ex-Präsident hatte am Wochenende erneut einen hochrangigen Offizier des Geheimdienstes beschuldigt, an einem Attentat auf ihn im vergangenen Jahr beteiligt gewesen zu sein.
Gegen den früheren Premierminister laufen mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen. Die pakistanische Wahlkommission wirft ihm vor, Staatsgeschenke aus seiner Zeit als Regierungschef für sich behalten zu haben. Khan bezeichnet die Strafverfolgung als politisch motiviert, bei seinen öffentlichen Auftritten kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern, politischen Gegnern und Sicherheitskräften.
Khan war 2018 in Pakistan mit dem Versprechen an die Macht gelangt, Korruption und Vetternwirtschaft zu bekämpfen. In seiner Regierungszeit verschlechterte sich seine Beziehung zum mächtigen Militär, das seinen Aufstieg zur Macht gestützt hatte, jedoch zunehmend. Vor knapp einem Jahr wurde er durch ein Misstrauensvotum in der Nationalversammlung gestürzt. Der konservative Politiker Shehbaz Sharif wurde zu seinem Nachfolger gewählt.
O.Brown--AT