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Französische Schüler fordern kürzere Schultage und weniger Hausaufgaben
Französische Schülerinnen und Schüler wünschen sich einen Schulalltag nach deutschem Vorbild: kürzere Schultage, weniger Hausaufgaben und weniger Frontalunterricht. Eine Gruppe von 20 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren hat im Rahmen eines nationalen Bürgerrats zur Neuorganisation des Schulalltags am Freitag entsprechende Forderungen vorgelegt.
"Die Schule ist nicht an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichtet, sondern soll das Leben der Erwachsenen erleichtern", kritisierte die 17 Jahre alte Romane mit Blick auf die langen Schultage. Diese ermöglichen es in vielen Fällen beiden Elternteilen, Vollzeit zu arbeiten. "Ich gehe um 07.10 Uhr los, komme um 18.00 Uhr nach Hause und habe dann noch eine Stunde Hausaufgaben zu machen", so beschrieb der 16 Jahre alte Nathan stellvertretend für viele seiner Altersgruppe seinen Schulalltag.
Er wünsche sich "eine offenere Schule, die Schüler nicht einschließt", sagte der 16 Jahre alte Goustan. Zu den Forderungen der Schülergruppe zählen Hausaufgaben, die sich während der Schulzeit erledigen lassen, so dass mehr Freizeit bleibt. Ein idealer Schultag dauert ihrer Ansicht nach täglich von 09.00 Uhr bis 15.30 Uhr, ohne Sonderregelung für den Mittwoch, an dem der Nachmittag in Frankreich bisher traditionell unterrichtsfrei ist. Nach 15.30 Uhr sollte Zeit für Sport und kreative Aktivitäten sein.
Auch die Unterrichtsmethoden sollten sich ändern, fordern die Schülerinnen und Schüler. "Die Schulstunden sind zu lang und die Methoden veraltet, so dass es schwierig ist, aufmerksam zu bleiben", sagt Camille. Die Schülergruppe schlägt zudem neue Unterrichtsinhalte vor, etwa Kochen, Heimwerken, Umgang mit Geld und Behörden. "Wir hoffen, dass unser Bericht gelesen wird und die Politiker sich an unsere Stelle versetzen", sagte der zwölf Jahre alte Caleb.
Der nationale Bürgerrat besteht aus 130 Bürgerinnen und Bürgern, die seit Juni mehrfach zum Thema tagten. Sie sollen am 23. November ihre Empfehlungen vorlegen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Bürgerräte eingeführt, um die Zivilgesellschaft stärker an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Ein erster Bürgerrat hatte sich mit dem Klimawandel befasst, ein weiterer mit dem Thema Sterbehilfe. Die Regierung war wegen mangelhafter Umsetzung der Empfehlungen des Klima-Bürgerrats in die Kritik geraten.
Th.Gonzalez--AT