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Umfrage: Mehrheit befürwortet weiterhin mehrgliedriges Schulsystem
Die Mehrheit der Bundesbürger befürwortet einer Umfrage zufolge weiterhin ein mehrgliedriges Schulsystem. Ungeachtet von Reformvorschlägen etwa einer Schule für alle unterstützen 71 Prozent die Beibehaltung der Schulstruktur mit Gymnasium und weiteren Schularten, wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Philologenverbands (DPhV) hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag.
27 Prozent der Befragten fänden es der Umfrage zufolge hingegen besser, wenn es nach der Grundschule eine gemeinsame Schule für alle gäbe. Eine Abschaffung der Gymnasien ist allerdings für 92 Prozent der Befragten keine Option.
"Eine Vereinheitlichung des Schulsystems mag auf den ersten Blick gerecht erscheinen, da sie alle Kinder unter gleichen Rahmenbedingungen zusammenführt", erklärte DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing. In der Praxis werde damit aber "die Vielfalt der Lernvoraussetzungen und -fähigkeiten von Kindern ignoriert". Leistungsstarke sowie Leistungsschwächere würden nicht in ihrem vollen Potenzial oder Bedarf gefördert.
Eine Mehrheit der Befragten (59 Prozent) sieht es außerdem als wichtig an, dass Lehrkräfte schulartspezifisch ausgebildet werden. Lin-Klitzing kritisierte bildungsspolitische Entscheidungen, die auf eine Vereinheitlichung zielten. Eine Verkürzung des gymnasialen Vorbereitungsdiensts in der Lehrkräfteausbildung von 24 auf teilweise zwölf Monate "schwächt die auszubildenden Gymnasiallehrkräfte und in der Konsequenz die gymnasiale Bildung der Schülerinnen und Schüler".
Forsa befragte im Oktober insgesamt 1005 Menschen ab 18 Jahren. Der DPhV vertritt als Dachorganisation Lehrkräfte an Gymnasien und anderen Bildungseinrichtungen, die zum Abitur führen, sowie Lehrbeauftragte an den Hochschulen, vornehmlich in der Lehrkräftebildung.
T.Sanchez--AT