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Mehr als 1300 Flugausfälle wegen Störung bei britischer Flugsicherung - Chaos dauert an
In Großbritannien hat das Chaos an Flughäfen infolge einer technischen Störung am Mittwoch angehalten. Laut der Tracking-Website Flightradar24 wurden bereits 177 für Mittwoch geplante Flüge annulliert, nachdem tags zuvor insgesamt 1300 Flüge von und zu britischen Flughäfen gestrichen worden waren. Fast alle der am Mittwoch gestrichenen Flüge betrafen Großbritanniens größten und verkehrsreichsten Flughafen London-Heathrow.
"Die Arbeiten zur Unterstützung von Fluggesellschaften und Flughäfen bei der Bewältigung der heutigen Störungen dauern an", erklärte die britische Flugsicherung NATS. Das Wiederherstellen des Normalbetriebs gestalte sich "äußerst komplex" und habe dem gesamten Luftverkehrsnetz Schwierigkeiten bereitet. Es werde "einige Zeit dauern, bis sich der Betrieb wieder vollständig normalisiert hat".
Die britische Flugsicherung hatte bereits am Dienstagabend im Onlinedienst X erklärt, sie arbeite weiter an der Behebung der Störungen. Als Ursache nannte sie ein "Systemproblem". Zuvor hatte NATS erklärt, die Störung sei "behoben" worden, es werde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, "den Flugstau abzuarbeiten". "Wir wissen, dass dies enorm frustrierend ist, und entschuldigen uns vorbehaltlos", erklärte die Organisation bei X.
Großbritanniens größter und verkehrsreichster Flughafen Heathrow im Westen Londons bestätigte am Dienstag, dass er ebenso wie Gatwick südlich der britischen Hauptstadt zu den betroffenen Flughäfen gehörte. Auch die Flughäfen von Liverpool, Birmingham und Edinburgh waren betroffen. Der Flughafen Dublin in Irland teilte mit, Dutzende Flüge gestrichen zu haben.
"Es ist dort unten einfach ein absoluter Albtraum", sagte die im Gesundheitsbereich tätige Josie Donoghue, die drei Stunden auf der Startbahn ausgeharrt hatte. Sie hatte ihr Flugzeug nach Irland schließlich verlassen müssen und saß nun in Gatwick fest.
Der englische Premier-League-Klub Arsenal, der am Mittwoch im süditalienischen Neapel in der Champions League gegen den SSC Neapel antreten sollte, musste eine Pressekonferenz vor dem Spiel abzusagen, nachdem sich der Flug der Mannschaft verspätet hatte.
Heathrow teilte am späten Dienstagabend mit, dass der Flugbetrieb für abfliegende Maschinen wieder aufgenommen worden sei. Demnach zwang ein "technisches Problem" den Flughafen zuvor dazu, ankommende Flüge auszusetzen. Es sei jedoch "weiterhin mit Beeinträchtigungen zu rechnen", erklärte der Flughafen auf X und rief Passagiere auf, sich vor dem Weg zum Flughafen bei ihrer Fluggesellschaft zu erkundigen.
British Airways hatte angegeben, mehr als 100 Flüge streichen oder umleiten zu müssen, wovon Zehntausende Kunden betroffen seien. Die Airline warnte später vor "erheblichen Folgewirkungen" der Flugausfälle.
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair teilte mit, mehr als 50 Flüge gestrichen zu haben. Demnach waren 65.000 Passagiere beeinträchtigt. Ryanair-Chef Neal McMahon forderte die Entlassung von NATS-Chef Martin Rolfe und warf ihm vor, die britischen Reisenden erneut "im Stich gelassen" zu haben.
Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander erklärte jedoch auf X, sie erwarte "die Zusicherung, dass Lehren gezogen werden und die Systeme zur Unterstützung des Luftverkehrs ihren Aufgaben gewachsen sind". Britische Medien berichteten, dass Alexander am Mittwoch mit Rolfe zusammentreffen werde. Der NATS-Chef sagte dem britischen Sender Sky News, er übernehme die "volle Verantwortung". Ob er einen Rücktritt erwäge, ließ er aber offen.
Bereits im vergangenen Jahr waren infolge einer technischen Störung zahlreiche Flüge von und nach Großbritannien gestrichen worden. Der Vorfall im Juli vergangenen Jahres sorgte bei den Chefs der Fluggesellschaften für großen Unmut.
2023 erlebte Großbritannien einen der schlimmsten Ausfälle des Luftverkehrssystems seit Jahren. Hunderte Flüge waren verspätet oder wurden gestrichen, mehr als 700.000 Passagiere waren betroffen.
kas/mm
kaskas/mm
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