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Konzert von Kanye West in Norditalien aus Sicherheitsgründen abgesagt
Die Behörden in Norditalien haben wegen Sicherheitsbedenken ein für den 18. Juli geplantes Konzert des umstrittenen US-Rappers Kanye West abgesagt. Der Präfekt der Provinz Reggio Emilia, Salvatore Angieri, teilte mit, die Entscheidung sei nach entsprechenden Forderungen mehrerer Organisationen getroffen worden, darunter die örtliche jüdische Gemeinde. Sie hätten "Bedenken" wegen des geplanten Auftritts des Musikers auf dem Festival Pulse of Gaia geäußert.
Ein für den 17. Juli geplantes Konzert des US-Rappers Travis Scott wurde ebenfalls gestrichen. Die Entscheidung sei "zum Schutz der öffentlichen Ordnung und aus Sicherheitsgründen" getroffen worden angesichts der dicht aufeinander folgenden Konzerte und der vielen Besucher, die binnen 24 Stunden zu erwarten gewesen seien, teilte die Präfektur am Freitagabend mit. Die Absage von Kanye-West-Konzerten in anderen Ländern und das konkrete Risiko von Gegendemonstrationen habe bei der Gesamtbeurteilung ebenfalls eine Rolle gespielt.
Der Rapper, der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftritt, war in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Zum 80. Jahrestag des Weltkriegs-Endes im vergangenen Jahr veröffentlichte er einen Song mit dem Titel "Heil Hitler", zuvor vermarktete er T-Shirts mit Hakenkreuz-Aufdruck. Im Januar erklärte West im "Wall Street Journal", jüdische Menschen zu "lieben". Sein Verhalten rechtfertigte er mit seiner bipolaren Störung.
Seine in London und Polen geplanten Konzerte wurden dennoch abgesagt, weil die britische Regierung dem US-Rapper die Einreise verbot und der polnische Stadionbetreiber die Veranstaltung absagte. Auch ein Konzert-Projekt in Basel in der Schweiz kommt nicht zustande. Nach Widerstand der städtischen Behörden und der französischen Regierung verschob West außerdem ein für den 11. Juni geplantes Konzert in Marseille auf unbestimmte Zeit.
Am Samstag trat West hingegen in Istanbul auf. Auch die Konzerte am 11. Juli in der albanischen Hauptstadt Tirana und am 25. Juli in der tschechischen Hauptstadt Prag können wie geplant stattfinden.
A.Ruiz--AT