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Im Beisein von Witwe und Sohn: Harald-Juhnke-Platz in Berlin eingeweiht
Mit einer Gesangseinlage von Schauspieler Ben Becker, einer Rede von Berlins Regierendem Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) und im Beisein von Witwe und Sohn des Entertainers ist in Berlin der Harald-Juhnke-Platz eingeweiht worden. "Es gibt ganz wenige Menschen, die es so doll verdienen wie er, einen eigenen Platz in Berlin zu haben", sagte Wegner vor der Enthüllung des Straßenschilds am Kurfürstendamm unter den Augen hunderter Schaulustiger am Montag. Mit dem Platz setze die Stadt ein sichtbares Zeichen, um Juhnkes einzigartiges Lebenswerk zu würdigen.
An der Einweihung des Platzes nahmen neben Juhnkes Witwe Susanne und seinem Sohn Oliver auch ehemalige Wegbegleiter des Entertainers, Sängers und Schauspielers teil. Dazu zählten etwa der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden, die Schauspielerin Barbara Schöne oder die Sängerin Dagmar Frederic.
Becker, der nach eigenen Angaben von der Witwe persönlich um einige Worte gebeten worden war, erzählte in einem eigens für die Zeremonie auf dem Platz errichteten Zelt eine Anekdote von einem gemeinsamen Dreh für eine ZDF-Serie in den 90er Jahren. Eigentlich sei Juhnke zum Dreh immer pünktlich gekommen, "natürlich mit Limousine und Fahrer".
Doch eines Tages habe sich der Schauspieler ein wenig verspätet und berichtet, er habe den "Hausfrauen am Kottbusser Tor mit Burka und Kopftuch" noch "Singin' in the Rain" vorgesungen und Autogramme verteilt - bei strahlendem Sonnenschein. "Wenn Sie mich fragen, hätte man auch das Kottbusser Tor nach Harald Juhnke benennen können", sagte Becker augenzwinkernd. Anschließend performte der 60-Jährige Juhnkes Lied "Barfuß oder Lackschuh".
Juhnke wurde 1929 geboren und wuchs im Stadtteil Wedding auf. Er sang, spielte in vielen Filmen und Theaterstücken mit und moderierte verschiedene Unterhaltungsshows im Fernsehen. Wegen seiner Alkoholerkrankung, die er niemals vollständig überwand, geriet er immer wieder in die Schlagzeilen. Im April 2005 starb Juhnke im Alter von 75 Jahren in Berlin.
Dass 20 Jahre nach seinem Tod der Platz an der Kreuzung zwischen Kurfürstendamm, Uhland- und Grolmannstraße nach Juhnke benannt werde, sei vor allem seiner Witwe, seinem Sohn und seinem früheren Manager Peter Wolf zu verdanken, sagte Wegner. Nun werde in Sichtweite der Ku'damm-Bühnen an Juhnke erinnert, wo er einst unvergessliche Theaterabende gestaltet habe. Damit wolle die Stadt ihre enge Verbundenheit und Dankbarkeit gegenüber Juhnke zeigen.
Juhnke habe die Kultur seit den 50er Jahren geprägt, in Berlin und darüber hinaus, sagte Wegner. Über Jahrzehnte habe er die Menschen unterhalten, "mit Witz, Charme und seiner unvergleichlichen Lässigkeit". "Dabei ist er immer einer von uns geblieben, ein Berliner mit Herz, Humor und Berliner Schnauze."
A.Ruiz--AT