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Verhaltenes Echo auf Trumps Forderung nach internationalem Einsatz in Straße von Hormus
Mit seiner Forderung, andere Staaten sollten im Iran-Krieg die Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus absichern, ist US-Präsident Donald Trump auf zurückhaltende Reaktionen gestoßen. Israel flog am Sonntag unterdessen neue Luftangriffe auf den Iran. Die iranischen Revolutionsgarden drohten damit, den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu "zu jagen und zu töten".
Nachdem Trump zunächst angekündigt hatte, die US-Kriegsmarine werde in Kürze mit der Eskortierung von Tankern durch die Straße von Hormus beginnen, war er am Samstag umgeschwenkt. Stattdessen drängte er andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen, um die Schifffahrt durch die Meerenge abzusichern.
Trump schrieb, "viele Länder" würden sich beteiligen, und nannte China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien. Die Bundesregierung hatte eine deutsche Beteiligung bereits am Freitag ausgeschlossen.
Wichtig sei nun, "den Konflikt zu deeskalieren", sagte der britische Minister für Energiesicherheit, Ed Miliband, mit Blick auf Trumps Forderung. Ein japanischer Regierungsvertreter erklärte, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entsendung japanischer Marineschiffe seien "extrem hoch".
Auch aus dem südkoreanischen Präsidialamt kam eine ausweichende Reaktion: Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde "das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten", hieß es.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte andere Länder derweil vor Schritten, die zu einer "Eskalation und Ausweitung des Konflikts führen" könnten.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
In einem Fernsehinterview unterstrich Trump zwei Wochen nach Kriegsbeginn, er sei derzeit nicht zu einer Verhandlungslösung mit dem Iran bereit. Stattdessen werde die US-Armee ihre Angriffe an der Nordküste des Iran fortsetzen und möglicherweise auch die iranische Öl-Umschlaginsel Charg erneut bombardieren, "einfach zum Spaß".
Die USA hatten die Insel, über die rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abgewickelt werden, bereits am Freitag angegriffen. Nach Trumps Angaben wurden dabei militärische Ziele "vollständig ausradiert". Nach Angaben der örtlichen Behörden lief der Exportbetrieb von Charg jedoch uneingeschränkt weiter.
Die iranische Armee drohte im Fall von US-Angriffen auf iranische Ölanlagen mit einer Eskalation. Alle Öl- und Energieanlagen von Unternehmen, die teilweise im Besitz der USA seien oder mit den USA zusammenarbeiteten, "werden unverzüglich zerstört und in Schutt und Asche gelegt", sagte ein Sprecher.
Israel bombardierte nach eigenen Angaben am Sonntag Ziele im Westen des Iran. Die iranischen Revolutionsgarden drohten unterdessen, sie würden den "Kinder-tötenden Kriminellen" Netanjahu "mit aller Kraft verfolgen und töten". Die iranische Armee griff nach eigenen Angaben das Hauptquartier einer israelischen Polizei-Spezialeinheit sowie ein Zentrum für Satellitenkommunikation in Israel mit Drohnen an.
Bahrain und Saudi-Arabien meldeten am Sonntag erneute iranische Angriffe, die jedoch abgewehrt worden seien. Auch über Dubai wurden nach Behördenangaben am Samstag erneut Geschosse abgefangen. Zuvor hatte die iranische Armee Zivilisten aufgefordert, Hafenanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu meiden.
In Kuwait nahmen dem Verteidigungsministerium zufolge zwei Drohnen einen Luftwaffenstützpunkt ins Visier, auf dem US-Militärpersonal stationiert ist. Drei Menschen seien leicht verletzt worden.
Die Schweiz lehnte unter Verweis auf ihre Neutralität zwei im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gestellte Überfluggesuche für US-Militärflugzeuge ab. "Das Neutralitätsrecht verbietet Überflüge der Konfliktparteien, die einen militärischen Zweck im Zusammenhang mit dem Konflikt verfolgen", erklärte die Regierung in Bern.
H.Gonzales--AT