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Günstigere Altersvorsorge gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition
Mehr als 100.000 Menschen haben innerhalb von zwei Tagen eine Petition des Verbraucherportals Finanztip für einen Kostendeckel beim geplanten Altersvorsorge-Depot unterzeichnet. Kurz vor der öffentlichen Anhörung im Finanzausschuss des Bundestags am 16. März forderte die gemeinnützige Finanztip-Stiftung am Samstag deutlich niedrigere Gebühren für die neue staatlich geförderte Vorsorge und einen Kostendeckel von 0,5 Prozent.
Eine Umfrage im Auftrag von Finanztip bestätigte nach Angaben des Verbraucherportals die Bedeutung niedriger Kosten: Sie gehörten für potenzielle Nutzerinnen und Nutzer zu den wichtigsten Kriterien. Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass ausgewiesene Effektivkosten für viele schwer greifbar sind und daher häufig unterschätzt werden.
Rund 78 Prozent der potenziellen Nutzer des staatlich geförderten Altersvorsorge-Depots halten demnach niedrige Gebühren für wichtig oder sehr wichtig, damit sie es nutzen. Außerdem seien einfache Steuerregeln (83 Prozent) und flexible Auszahlmöglichkeiten (74 Prozent) für viele Befragte wichtige oder sehr wichtige Nutzungsgründe.
Gleichzeitig sprachen sich 30 Prozent für maximal 0,5 Prozent jährliche Kosten aus, weitere 28 Prozent für höchstens ein Prozent. Der aktuelle Gesetzentwurf erlaubt jedoch Kosten von bis zu 1,5 Prozent pro Jahr, die nur wenige der potenziellen Nutzer akzeptieren würden (23 Prozent).
"Der Kostendeckel von 1,5 Prozent ist viel zu hoch. Das ist ein Zugeständnis an Banken und Versicherungen", erklärte Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. "Eine Obergrenze von 0,5 Prozent ist absolut ausreichend - und zwar für alle geförderten Vorsorgeprodukte."
Wie stark sich Kosten langfristig auswirken, zeigt eine Finanztip-Beispielrechnung: Jemand spart 40 Jahre lang monatlich 200 Euro und erzielt sechs Prozent Rendite pro Jahr. Dann hat er laut Finanztip bei 0,5 Prozent Kosten rund 338.000 Euro Vermögen, bei 1,5 Prozent Kosten dagegen nur 263.000 Euro.
Mit der Reform der privaten Altersvorsorge soll die staatlich geförderte Riester-Rente abgelöst werden. Diese ist nach Einschätzung des SPD-geführten Bundesfinanzministeriums "aktuell zu kompliziert und wird zu wenig genutzt".
Geplant ist die Einführung eines Standardprodukts mit einem Kostendeckel bei 1,5 Prozent und einer höheren und proportional steigenden Grundzulage. Das neue Standardprodukt soll zudem eine höhere Rendite erlauben, weil ein größerer Teil der Beiträge risikoorientiert angelegt werden kann. Zudem soll ein Anbieterwechsel leichter möglich sein.
P.Smith--AT