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Luftverkehrswirtschaft: Europas Luftfahrt boomt - aber Deutschland fällt zurück
Der Luftverkehr in Europa ist nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) im vergangenen Jahr dynamisch gewachsen - allerdings nicht in Deutschland. "Während in Europa so viel geflogen wird wie nie zuvor, bleibt Deutschland weiter abgekoppelt vom Luftfahrtboom", erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Mittwoch in Berlin. Das Flugangebot ab Deutschland lag demnach auch im Jahr 2025 deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Krise.
Zwar stieg nach BDL-Angaben die Zahl der Passagiere an den deutschen Flughäfen im vergangenen Jahr leicht um 3,6 Prozent auf rund 219,6 Millionen. Das Angebot am Luftverkehrsstandort Deutschland habe jedoch nur rund 89 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht.
Europa hingegen habe die Erholungsphase nach der Pandemie längst abgeschlossen: Dort liege das durchschnittliche Sitzplatzangebot inzwischen bei 106 Prozent des Vor-Corona-Wertes - ohne Deutschland sogar bei 108 Prozent.
Ursache dafür sind nach Einschätzung des Branchenverbandes "die weiterhin überhohen staatlichen Standortkosten". Allein 2025 seien die Belastungen für den Luftverkehrsstandort Deutschland um 1,1 Milliarden Euro auf rund 4,3 Milliarden Euro gestiegen.
Die vom Koalitionsausschuss im November auf den Weg gebrachten Entlastungen, etwa bei der Luftverkehrsteuer, seien vor diesem Hintergrund ein richtiger Schritt, dem allerdings weitere folgen müssten, forderte Lang bei einer Pressekonferenz in Berlin. Die Bundesregierung will zum 1. Juli 2026 die Luftverkehrssteuer senken.
Mit Blick auf die bis Mitte des Jahrhunderts angestrebte Klimaneutralität in der Luftfahrt, deren Emissionen zur Erderwärmung beitragen, kritisierte Lang die bislang noch begrenzte Verfügbarkeit alternativer klimafreundlichererer Kraftstoffbeimischungen zu vernünftigen Preisen. Er plädierte deshalb für eine Klimaschutzabgabe je Passagier auf EU-Ebene.
K.Hill--AT