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Lobeshymne und ein Veilchen am Auge: Trump verabschiedet seinen Berater Musk
Es war ein denkwürdiger Abschied im Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump hat Elon Musk an seinem letzten Arbeitstag als Beauftragter für den Bürokratieabbau mit Lob überschüttet und eine weitere Beratertätigkeit des Tech-Multimilliardärs in Aussicht gestellt. Überschattet wurde die Veranstaltung am Freitag von Berichten über massiven Drogenkonsum Musks. Aufsehen erregte auch ein schwarzes Veilchen am Auge des 53-Jährigen.
Trump dankte Musk für dessen "unglaublichen Dienst" und händigte ihm als Abschiedsgeschenk einen vergoldeten Schlüssel aus. Die von Musks Abteilung für staatliche Effizienz (Doge) getroffenen Maßnahmen, darunter die Entlassung zehntausender Bundesbeschäftigter, lobte der Präsident als "umfassendstes und folgenschwerstes Reformprogramm des Staats seit Generationen". Die US-Bürger seien Musk zu Dank verpflichtet, betonte Trump.
Der Präsident prangerte zudem "skandalöse Angriffe, Verleumdungen und Lügen" an, die gegen Musk gerichtet worden seien. Der Unternehmer, der als reichster Mensch der Welt gilt, werde aber weiterhin im Weißen Haus "ein uns aus gehen", kündigte Trump an.
Musk selbst trat mit einer Baseballkappe mit "Doge"-Aufschrift und in einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift "Dogefather" auf - eine Anspielung auf "The Godfather", den englischen Originaltitel des Filmklassikers "Der Pate" über einen von Marlon Brando gespielten Mafiaboss. Er freue sich darauf, weiterhin ein Freund und Berater des Präsidenten zu sein", sagte Musk.
Zudem stellte er in Aussicht, dass Doge die "Verschwendung" öffentlicher Ausgaben um "eine Billion Dollar" verringern werde.
Musk hatte zu Beginn seiner Tätigkeit für Trump sogar das Ziel ausgegeben, zwei Billionen Dollar (1,76 Billionen Euro) einzusparen, dies erreichte er jedoch bei Weitem nicht: Nach Berechnungen des Magazins "The Atlantic" wurde gerade einmal ein Tausendstel dieser Summe eingespart, obwohl zehntausende Menschen im Zuge der radikalen Kürzungen ihren Arbeitsplatz verloren.
Musk beklagte, Doge sei zum "Buhmann" geworden und der Abteilung würden bestimmte Kürzungen zu Unrecht vorgeworfen.
Besonders auffällig war bei Musks Auftritt ein großes Veilchen an seinem rechten Auge. Auf die Reporterfrage, was mit seinem Auge geschehen sei, sagte der Unternehmer, sein fünfjähriger Sohn X habe ihm die Blessur zugefügt.
Musks Sohn X war in den vergangenen Monaten häufig im Weißen Haus zu sehen gewesen. Beim ersten dortigen Auftritt seines Vaters trug dieser den Jungen auf den Schultern.
Kurz vor Musks Abschied hatte ein Bericht über dessen angeblich massiven Drogenkonsum für Aufregung gesorgt. Die "New York Times" berichtete, Musk habe während des Präsidentschaftswahlkampfs 2024 so viel Ketamin eingenommen, dass er dadurch Blasenprobleme bekommen habe.
Dem Bericht zufolge hatte der Drogenkonsum des Tech-Unternehmers Besorgnis ausgelöst. Der Tesla- und Space-X-Chef soll auch Ecstasy und halluzinogene Pilze eingenommen haben und im vergangenen Jahr mit einer Pillendose unterwegs gewesen sein. Unklar ist der "New York Times" zufolge, ob Musk auch Drogen nahm, während er seiner Tätigkeit als Trumps Regierungsberater ausübte.
Einer Journalistenfrage zu dem Bericht wich Musk aus. Er griff stattdessen die Zeitung an und warf ihr vor, unglaubwürdig zu sein. Musk selbst hatte jedoch in der Vergangenheit den Konsum von Ketamin zugegeben - und erklärt, die Substanz sei ihm verschrieben worden.
Trump sagte nach der Veranstaltung auf die Frage eines Reporters, ob er vom Drogenkonsum Musks gewusst habe: "Das wusste ich nicht" - und schob nach: "Ich halte Elon für einen fantastischen Kerl".
Musk war in der Trump-Regierung für massive Kürzungen von Personal und Ausgaben in den Ministerien und anderen Behörden verantwortlich. Zuletzt hatte er aber zunehmend Frustration über seine Rolle in der US-Regierung geäußert. Bei seinem Abschied im Weißen Haus wiederholte er diese Kritik nicht.
Musk will sich nun wieder verstärkt seinen Unternehmen widmen, zu denen der Autobauer Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX gehören. Der Ruf von Tesla hatte in den vergangenen Monaten unter Musks Rolle an der Seite von Trump stark gelitten.
In USA und in Europa wurden wiederholt Tesla-Fahrzeuge sowie Autohäuser und Ladestationen des Unternehmens beschädigt oder angezündet. Zugleich verzeichnete das Elektroautounternehmen massive Umsatzrückgänge und Gewinneinbrüche,
Auch für SpaceX gab es vor einigen Tagen einen neuen Rückschlag: Der neunte Testflug der Riesenrakete Starship der Firma missglückte.
R.Lee--AT