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Deutlicher mehr Kfz-Neuzulassungen im Mai
Die Zahl der neu zugelassenen Autos ist im Mai deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kletterte sie um 19,2 Prozent auf knapp 247.000 Pkw, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg am Montag mitteilte. Der Anstieg geht maßgeblich auf eine Zunahme um 28,7 Prozent der Zulassungen durch gewerbliche Halter zurück. Die privaten Neuzulassungen stiegen demnach um 2,7 Prozent - nur jede dritte Zulassung erfolgte privat.
"Trotz der soliden Wachstumsrate ist der Abstand zum Vorkrisenniveau weiterhin groß", erklärte jedoch der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA). "Im Vergleich zu den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 liegen die Neuzulassungen gut ein Viertel darunter."
In den kommenden Monaten ist mit einer weiteren Erholung zu rechnen. "Der Chipmangel verliert an Bedeutung, die Produktion kann weiter hochgefahren werden", erklärte der Automarkt-Experte Peter Fuß von der Beratungsfirma EY. "Dank eines komfortablen Auftragspolsters und eines erheblichen Nachholbedarfs nach mehreren Jahren mit ungewöhnlich niedrigen Neuzulassungen wird es auch in den kommenden Monaten aufwärts gehen."
Laut VDA legte auch die Produktion in deutschen Werken den dreizehnten Monat infolge zu. "Seit Jahresbeginn wurden insgesamt gut 1,8 Millionen Pkw produziert. Das entspricht einem Plus von 32 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum", erklärte der Verband. Ähnlich gut entwickelten sich demnach die Exporte.
EY-Experte Fuß rechnet wegen der schwierigen Konjunkturlage, der hohen Inflation und der schlechten Finanzierungsbedingungen aber mit einem Dämpfer bei den Bestellungen und mit Verzögerungen auch bei den Neuzulassungen. Insgesamt werde die Branche über das ganze Jahr 2023 deutlich unter dem Niveau von 2019 liegen.
Wie bereits in den Vormonaten stieg laut KBA die Zahl der Zulassungen von Elektroautos besonders stark, nämlich um 46,6 Prozent. 17,3 Prozent aller Neuzulassungen waren demnach E-Autos - dieser Anteil lag nur noch knapp unter dem der Autos mit Dieselmotor (17,6 Prozent). Der größte Anteil an den Neuzulassungen entfiel weiterhin auf Benziner (35,5 Prozent).
Besonders bei Benzinern verzeichnete das KBA ebenfalls einen starken Anstieg um 17,6 Prozent. In absoluten Zahlen legten die Neuzulassungen von Verbrennern also stärker zu als die von Elektroautos. "Eine echte Trendwende hin zu Elektroautos ist derzeit nicht zu erkennen", erklärte Fuß. "Gegen den Kauf eines Elektroautos sprechen aus Sicht vieler Kunden nach wie vor der hohe Preis, die teils unzureichende Ladeinfrastruktur und die ungenügenden Reichweiten."
W.Morales--AT