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Netflix macht Ernst: Teilen von Abo-Konten wird eingeschränkt
Netflix macht Ernst: Die seit langem angekündigten Einschränkungen für das Teilen von Abonnenten-Konten des Streamingdienstes außerhalb eines Haushalts sollen nun in mehr als 100 Ländern umgesetzt werden - darunter auch in Deutschland und Österreich. Das US-Unternehmen kündigte am Dienstag an, dass von nun an eine Gebühr fällig werde, wenn Nutzer ihre Zugangsdaten mit Menschen teilen wollen, die nicht zu ihrem Haushalt gehören. Für Deutschland liegen die Kosten bei 4,99 Euro pro externem Nutzer.
"Ihr Netflix-Konto ist für Sie und die Personen, mit denen Sie zusammenwohnen", heißt es in einer E-Mail, die laut Netflix dieser Tage an Nutzerinnen und Nutzer verschickt wird, die ihr Konto mit anderen teilen. "Falls Sie Netflix mit einer Person außerhalb Ihres Haushalts teilen möchten", werde dafür der Aufpreis fällig.
Abonnenten rät das Unternehmen, in ihrem Konto zu überprüfen, welche Geräte mit dem Konto verbunden sind. Geräte, die keinen Zugang haben sollten, können dann gelöscht werden. Nutzern, die bislang über das Konto eines anderen Haushalts Filme und Serien streamen, bietet Netflix den Angaben zufolge eine Funktion an, um ihr Profil in ein neues Abonnement zu überführen - für das sie dann natürlich zahlen müssten.
Zugleich betonte Netflix, dass die Nutzung auf verschiedenen Geräten, unterwegs und auf Reisen und etwa auf einem Fernseher im Hotelzimmer weiterhin uneingeschränkt möglich bleibt. Unklar blieb, ob künftig kontrolliert wird, ob Nutzer tatsächlich im Haushalt wohnen und zur Nutzung des Kontos berechtigt sind, wie dies technisch umgesetzt werden könnte - und ob möglicherweise Strafen drohen.
Netflix experimentiert seit einiger Zeit mit Modellen, um das gemeinsame Nutzen von Konten einzudämmen. Dem Unternehmen zufolge gibt es weltweit mehr als 100 Millionen Haushalte, die ihre Abos bei dem Streamingdienst mit anderen teilen. Dies beeinträchtige die Investitionsmöglichkeiten in neue Filme und Serien, erklärte es im Februar.
Das Vorgehen ist allerdings risikoreich: Erste Tests in lateinamerikanischen Ländern und in Kanada hatten zunächst sinkende Nutzerzahlen zur Folge. "Zu Beginn gab es Kündigungen", hatte der Netflix-Ko-Geschäftsführer Greg Peters im April eingestanden. Aber dann sei die Funktion für zusätzliche Nutzer gegen Aufpreis mehr und mehr genutzt worden und es seien neue Abos abgeschlossen worden.
Als weitere Alternative bietet der Streamingdienst außerdem seit Ende vergangenen Jahres ein vergünstigtes Abo an, bei dem den Nutzern Werbung eingeblendet wird. Der Erfolg dieses Modells ist bislang jedoch überschaubar: Laut Netflix nutzen das Angebot rund fünf Millionen Nutzer. Weltweit hat der Streamingdienst mehr als 232 Millionen Abonnenten.
Netflix hatte im ersten Halbjahr 2022 einen deutlichen Rückgang an Abonnentenzahlen zu verkraften. Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres steigen die Zahlen aber wieder. Der langjährige Marktführer unter den Streamingdiensten kämpft mit zunehmender Konkurrenz durch Angebote wie Amazon Prime, Disney+ aber auch Tiktok und Youtube.
G.P.Martin--AT