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Neue Technologien sollen Pestizideinsatz in der Landwirtschaft verringern
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder auch Satelliten und Drohnen könnte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft verringern. Unternehmen wie John Deere und BASF stellten am Dienstag bei der Digital Farming Conference des Digitalverbandes Bitkom in Berlin neue Technologien vor, mit denen Schädlinge effektiver und präziser bekämpft werden sollen. Etwa können an Traktoren angebrachte Kameras erkennen, ob sich Unkraut zwischen den Nutzpflanzen befindet, das dann gezielt mit Pestizid besprüht werden kann.
"Aktuell ist das breitflächige Besprühen der Felder immer noch Standard", sagt Steffen Gilcher, Landwirt und Produktmanager bei John Deere. Das Umweltbundesamt gibt auf seiner Internetseite an, dass seit 2006 jährlich 30.000 bis 35.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel verbraucht wurden. Als Unkrautvernichter bekannte Herbizide machten dabei rund die Hälfte aus.
Die Landwirtschaft nutzt Pflanzenschutzmittel, um Schädlinge zu bekämpfen, die Ernte nicht zu gefährden und Einbußen beim Ertrag zu verhindern. Gleichzeitig belasten diese Mittel jedoch die Böden und das Grundwasser und sind nicht selten gesundheitsgefährdend. Die EU-Kommission hat das Ziel ausgegeben, die Verwendung und die Gefahr durch Pflanzenschutzmittel bis 2030 zu halbieren.
Neue Systeme könnten dabei helfen, sagt Gilcher von John Deere. Die Technologie der Firma werde in den USA bereits verkauft und angewandt, die Markteinführung in Deutschland befindet sich demnach in der Vorbereitung.
Ganz ohne Chemie möchte das Unternehmen Crop Zone auskommen. "Auch weil einige Herbizide verboten worden sind, suchen Landwirte aktuell nach Alternativen", sagt Gründer Dirk Vandenhirtz. Sein Unternehmen hat ein System entwickelt, das Schädlinge mit Hilfe von elektrischem Strom unschädlich macht. Spritzen tragen dabei lediglich ein Art Leitflüssigkeit auf das Unkraut auf.
Der Naturschutzubund Deutschland (Nabu) teilt mit, dass digitale Technologien durchaus helfen könnten, umweltgerechter zu wirtschaften. "Nichtsdestotrotz sind technische Lösungen kein Allheilmittel. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass die Technik die Klima- und Naturkrise schon lösen werde", erklärte der Verband.
Betriebe dürften zudem nicht abhängig werden von großen Konzernen, "die durch das Angebot von 'Gesamtpaketen' mit Daten, Saatgut und Pflanzenschutz eine Monopolstellung erhalten", warnten die Umweltschützer. Kleinere Betriebe könnten dadurch abgehängt werden.
P.Smith--AT