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IAB: Potenzial von Erwerbspersonen schrumpft bis 2060 enorm
In Deutschland geht die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter stetig zurück: Bis 2060 dürfte das vorhandene Potenzial um 11,7 Prozent auf dann noch 40,4 Millionen Menschen schrumpfen, wie aus einer Projektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Das IAB der Bundesarbeitsagentur nahm dazu die erwartete demografische Entwicklung, die Zuwanderung und die Abwanderung in den Fokus.
So dürfte sich die jährliche Nettozuwanderung von 220.000 Menschen im Jahr 2020 auf 106.000 Menschen im Jahr 2060 mehr als halbieren. Zugleich rechnen die Forscherinnen und Forscher mit einem Anstieg der Abwanderung von dann einer Million Menschen pro Jahr. Bei der Erwerbsbeteiligung geht das Institut sowohl bei inländischen als auch bei ausländischen Frauen sowie bei Älteren von einem Anstieg aus.
Jedoch: Weder die steigenden Erwerbsquoten noch die Zuwanderung könnten die erwartete Schrumpfung des Erwerbspersonenpotenzials in der Projektion ausgleichen, warnte das IAB. In den Betrieben würden in den nächsten Jahrzehnten "deutlich weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen", hieß es weiter. "Wenn wir die Schrumpfung vermeiden wollen, müssen wir bei den Gegenmaßnahmen also noch mindestens zwei Schippen drauflegen."
So würden bei der Erwerbsmigration Drittländer immer wichtiger, daher müssten dort die Hürden abgebaut werden, forderte das IAB. Entscheidend sei aber auch eine höhere Geburtenrate. Es komme also auf eine Gesellschaft an, "in der sich Beruf und Familie gut vereinbaren lassen".
Einer der Forschenden der Projektion, Enzo Weber, sprach von der größten wachsenden Arbeitskräfteknappheit "seit dem Wirtschaftswunder in den 50er und 60er Jahren". Arbeitskräfte seien schwer zu bekommen, der Wettbewerb um sie sei "heftig", sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Das "zahlenmäßig größte Potenzial" seien im Inland die Älteren, fuhr er fort. Das müsse genutzt werden.
Y.Baker--AT