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DB und Regierung werben in Brüssel für rasche Umrüstung auf digitale Güterwaggons
Güterwaggons bei der Eisenbahn werden wie eh und je per Hand zusammengestellt - eine körperlich schwere und sehr zeitaufwendige Arbeit. Die Deutsche Bahn will bis 2030 die digitale automatische Kupplung (DAK) einführen, die gleichzeitig auch die Voraussetzung für vernetzte Güterzüge ist. Der Konzern und die Bundesregierung warben am Mittwoch in Brüssel für die DAK als Voraussetzung für deutlich mehr umweltfreundlichen Güterverkehr auf der Schiene.
Güterverkehr ist grenzüberschreitend - die Eisenbahnwaggons müssen laut einem Positionspapier der Frachttochter DB Cargo daher länderübergreifend miteinander kompatibel sein. Die Kupplungs-Technologie müsse daher "über einen kurzen Zeitraum" von 2026 bis 2030 "überall in Europa koordiniert eingeführt werden", lautet die Forderung.
DB und Bundesverkehrsministerium werben mit dem Argument Klimaschutz: Der Verkehrssektor stehe für 26 Prozent aller CO2-Emissionen in Europa, auf den leichten und schweren Lastwagenverkehr entfielen 38 Prozent - auf den Schienenverkehr (Güter und Personen) aber nur 0,4 Prozent dieser Emissionen. Ein Güterzug ersetze heute schon bis zu 52 Lkw.
Mit Einführung der automatischen digitalen Kupplung würden die Zusammenstellung der Güterzüge verkürzt sowie Brems- und Steuerungsprozesse digitalisiert: Die Züge können länger und schwerer werden und schneller fahren. So ließen sich zehn bis 15 Prozent zusätzliche Kapazität gewinnen. Daher sei die neue Kupplung "die Innovation, um den Schienengüterverkehr in Europa zum Motor der klimafreundlichen Wende des Güterverkehrs zu machen", heißt es im Positionspapier.
Dazu müssten europaweit 500.000 Waggons und 20.000 Lokomotiven mit über einer Million neuen Kupplungen ausgerüstet werden. Die Investitionskosten belaufen sich nach aktuellen Schätzungen auf rund elf Milliarden Euro. Das aber "übersteigt bei weitem die finanzielle Leistungsfähigkeit" des Sektors, heißt es in dem Papier. Nötig sei eine "erhebliche Anschubfinanzierung" durch die EU und die Mitgliedstaaten.
"Wir brauchen für die Einführung der DAK einen europäischen Masterplan und einen langfristigen Finanzierungsrahmen", erklärte am Mittwoch der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Michael Theurer (FDP). "Die EU-Kommission sollte hier die Federführung übernehmen." Der Auftrag an die Kommission könnte vom Verkehrsministerrat noch im ersten Halbjahr 2023 verabschiedet werden.
Ch.P.Lewis--AT