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Anstieg der Verbraucherpreise verlangsamt sich im April leicht
Der Anstieg der Verbraucherpreise flaut ein Jahr nach Russlands Angriff auf die Ukraine weiter ab. Die Inflationsrate betrug im April voraussichtlich 7,2 Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im März hatte die Teuerung noch 7,4 Prozent betragen. Im April war erstmals seit Monaten die Inflationsrate bei Lebensmitteln wieder rückläufig.
Zuletzt war nicht mehr der Preisanstieg für Energie, sondern für Lebensmittel treibender Faktor der Gesamtinflation gewesen. Auch im April erhöhten sich die Lebensmittelpreise im Jahresvergleich um 17,2 Prozent. Im März hatte die Teuerung in dieser Kategorie aber noch bei 22,3 Prozent gelegen.
Bei den Energiepreisen hatte sich im März der Basiseffekt besonders stark ausgewirkt: Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Erdgas, Öl und anderes vergleichsweise leicht um 3,5 Prozent, weil es im März 2022 infolge des russischen Angriffs einen besonders starken Preissprung gegeben hatte. Dies machte sich auch im April bemerkbar: Mit 6,8 Prozent lag die Energieinflation erneut unterhalb der Gesamtrate.
"Was wie ein breiterer Disinflationsprozess aussieht, ist nach wie vor nur eine Disinflation auf der Grundlage von Basiseffekten", erklärte der ING-Analyst Carsten Brzeski. Die Inflation in anderen Bereichen als Lebensmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, scheine sich kaum zu verändern. "Steigende Gewinnspannen und Lohnerhöhungen verstärken auch den zugrunde liegenden Inflationsdruck, nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Eurozone."
Tatsächlich legte die Inflation im April ersten Daten zufolge in anderen Euro-Ländern wieder leicht zu. Das spanische Statistikamt INE schätzte den Anstieg des Verbraucherpreisindexes auf 4,1 Prozent - nach 3,3 Prozent im März. In Frankreich stiegen die Preise voraussichtlich um 5,9 Prozent. Im März waren es 5,7 Prozent gewesen.
Der Linken-Abgeordnete Christian Görke forderte von der Bundesregierung weitere Entlastungen für Verbraucher. "Seit Jahresbeginn gibt es keine neuen Vorschläge", kritisierte er. "Entlastungen wären aber dringend nötig." Die Regierung könnte etwa die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel oder auf Bahnfahrten im Fernverkehr streichen.
Gegenüber dem Vormonat März stiegen die Preise der ersten Einschätzung der Statistiker zufolge im April um 0,4 Prozent. Endgültige Ergebnisse will das Statistikamt am 10. Mai veröffentlichen.
M.King--AT