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Umwelthilfe und Foodwatch gehen gerichtlich gegen Zulassung von Pestiziden vor
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Verbraucherorganisation Foodwatch gehen gerichtlich gegen die Zulassung bestimmter Pestizide vor. Die DUH reichte dazu formale Widersprüche beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gegen die Zulassung von fünf Pestizid-Produkten ein, wie die beiden Organisationen am Dienstag in Berlin mitteilten. Im Fall der Zurückweisung ist demnach eine Klage beim Verwaltungsgericht Braunschweig geplant.
Ziel sei es, den Verkauf von Produkten mit besonders giftigen und umweltschädlichen Wirkstoffen in Deutschland zu stoppen. Unter anderem geht es um das Produkt Roundup Powerflex von Monsanto Deutschland, welches das umstrittene Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat enthält. DUH und Foodwatch berufen sich nach eigenen Angaben auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach ein deutsches Verbot von Verbandsklagen gegen Produktzulassungen rechtswidrig sei.
"Wir werden sofort eine gerichtliche Entscheidung beantragen, sollte das Bundesamt diese und weitere der von uns kritisierten Produktzulassungen nicht aufheben", kündigte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch an. "Und diese Verfahren werden nur die ersten sein."
Annemarie Botzki von Foodwatch äußerte sich besorgt über den Einsatz der Pestizide. "Sie vernichten die Artenvielfalt und bleiben teilweise als nicht mehr zu entfernende Chemikalien für immer in unserem Wasser und unseren Körpern", erklärte sie. Diese Giftstoffe dürften nicht länger eingesetzt werden. "Es braucht einen kompletten Pestizid-Ausstieg."
Besonders Glyphosat ist äußerst umstritten. Die US-Umweltbehörde EPA sowie die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgehe. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung hatte 2015 hingegen konstatiert, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.
O.Brown--AT