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Große Mehrheit der Älteren über 65 Jahre fühlt sich von der Politik vernachlässigt
Vier von fünf Seniorinnen und Senioren in Deutschland (78 Prozent) sind der Ansicht, dass die Politik zu wenig Rücksicht auf die Belange älterer Menschen nimmt. Ökonomisch sind vier von zehn (38 Prozent) der Befragten im Alter von mindestens 65 Jahren unzufrieden: Sie geben an, dass ihr derzeitiges Einkommen nicht für ein gutes Leben reicht, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild am Sonntag" ergab. Bei den 65- bis 74-Jährigen sind es 43 Prozent.
Die Hälfte der Älteren glaubt der Umfrage zufolge, dass die Politik auf die falschen Themen setzt - ein Drittel findet das nicht. Drei Viertel der Befragten sind zudem der Meinung, dass die Gesellschaft nicht genug Respekt vor den Älteren habe.
"Viele arme Rentnerinnen und Rentner haben schon Mitte des Monats nicht mehr genug Geld für das Lebensnotwendige", sagte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, der "BamS". Die Preissteigerungen träfen sie besonders hart, weil sie oft zu alt oder zu krank seien, um noch etwas dazuzuverdienen. Die Renten stiegen zwar mit der Lohnentwicklung, aber nicht eins zu eins.
Bentele forderte, Kürzungsfaktoren müssten "dauerhaft aus der Rentenformel gestrichen werden". Als schnelle Hilfe in der Krise verlange der Sozialverband VdK Einmalzahlungen für Menschen mit kleinen Renten.
Auch Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, forderte "endlich eine armutsfeste Mindestrente sowie angesichts der Inflation gezielte finanzielle Hilfen für alle armen Haushalte". Diese Hilfe müssten nicht nur arme Ältere, sondern auch für Bürgergeld-Beziehende, Studierende oder Familien bekommen, wie er der Zeitung sagte.
N.Walker--AT