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Immer weniger chinesische Firmenübernahmen in Deutschland und Europa
Die Zahl an Übernahmen von Firmen in Deutschland und Europa durch chinesische Unternehmen nimmt ab. Im vergangenen Jahr gab es in Europa 139 derartige Transaktionen, wie die Beratungsfirma EY am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 155 gewesen. In Deutschland sank die Zahl demnach von 35 auf 26 - das Investitionsvolumen reduzierte sich von zwei Milliarden Dollar (1,87 Milliarden Euro) auf knapp 290 Millionen Dollar.
China spielt damit in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Zum Vergleich: Die USA übernahmen im vergangenen Jahr 242 Unternehmen in Deutschland, Großbritannien 128. China liegt im Länder-Ranking auf Platz zwölf - im Jahr 2016 war das Land noch der viertwichtigste Investor in Deutschland gewesen.
"Die Zahl chinesischer Unternehmensübernahmen in Europa hat sich in den vergangenen Jahren auf einem relativ niedrigen Niveau eingependelt", erklärte die EY-Expertin Yi Sun. Grund dafür sei zum einen die Corona-Pandemie, weil chinesische Geschäftsleute lange kaum reisen konnten. Zum anderen hätten Expansionsmaßnahmen in Europa für China deutlich an Stellenwert verloren.
Hinzu kämen teils erheblicher politischer Widerstand sowie hohe Hürden in vielen europäischen Ländern bei Übernahmen in bestimmten Bereichen, etwa Infrastruktur, erklärte Sun weiter. "Daher lassen die chinesischen Investoren inzwischen sorgfältig prüfen, ob Übernahmekandidaten solche heiklen Diskussionen bei Regierungen und in der Öffentlichkeit auslösen könnten."
In 2022 gab es laut EY erstmals mehr chinesische Übernahmen von Tech-Unternehmen als im Industriesektor. In Deutschland wurden demnach zudem besonders viele Übernahmen im Gesundheitsbereich beobachtet. Neun der 17 Transaktionen in diesem Bereich in Europa fanden in Deutschland statt. Insgesamt die meisten Firmenübernahmen durch Chinesen gab es in Großbritannien (27).
J.Gomez--AT