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Autoindustrie rechnet mit höheren Fahrzeugpreisen durch neue Abgasnorm Euro 7
Die deutsche Automobilindustrie rechnet durch die neue Abgasnorm Euro 7 mit deutlichen Kostensteigerungen bei den Fahrzeugen. "Wir erwarten mehrere Hundert Euro - abhängig von Modell und Fahrzeugtyp", sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, den Funke Zeitungen vom Mittwoch. "Mit 90 Euro ist es definitiv nicht getan."
Müller sprach angesichts der geplanten neuen Norm von der "weltweit härtesten Regulierung für Emissionen". Sie bekannte sich zwar zur weiteren Verbesserung der Luftqualität, kritisierte aber, Brüssel verliere "Augenmaß, Machbarkeit und Kosten-Nutzen vollkommen aus den Augen". Die Fristen zur Umsetzung der Norm seien "realitätsfremd", außerdem sollten sich die Tests auf den Normalbetrieb konzentrieren und nicht auch Extremsituationen umfassen, forderte Müller.
Die EU-Kommission hatte ihre Vorschläge zur Ausgestaltung der neuen Abgasnorm Euro 7 ab dem Jahr 2025 im November vorgestellt. Demnach sollen die Grenzwerte für Autos nur teilweise niedriger ausfallen als nach der seit 2015 maßgeblichen Abgasnorm Euro 6. Sie sollen aber in einer ausgeweiteten Form von Tests gemessen werden, bei denen Parameter wie Kälte oder kurze Fahrtstrecken berücksichtigt werden.
Automobilkonzerne hatten die Pläne bereits zuvor scharf kritisiert. Die Frist zwischen Verabschiedung und Inkrafttreten der Norm sei für Hersteller wie Genehmigungsbehörden zu kurz, außerdem drohten eine Angebotsverknappung und Verteuerungen, hieß es.
Zwar sei die deutsche Autoindustrie überzeugt, dass sie die neuen Anforderungen erfüllen könne, führte die VDA-Präsidentin in den Funke Medien aus. Dennoch sei alles aber "auch immer eine Kosten-Nutzen-Rechnung". Die deutschen Firmen agierten global. "Wenn wir uns aber zu weit von den Standards in anderen Regionen entfernen, dann sind wir zu teuer, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können."
D.Johnson--AT