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Dritte Runde der Tarifverhandlungen bei der Post gescheitert
In den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Post ist auch die dritte Runde der Gespräche gescheitert. Die Gewerkschaft Verdi wies das Angebot des Unternehmens als "weit entfernt" von ihren Forderungen zurück und kündigte eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf an. Die Deutsche Post erklärte, Verdi habe eine "historische Chance verspielt". Das Angebot habe Lohnerhöhungen von bis zu 20,3 Prozent enthalten.
Die dritte Runde der Verhandlungen hatte am Mittwoch begonnen und war am Donnerstag und Freitag fortgesetzt worden. Die Deutsche Post bot nach eigenen Angaben rückwirkend ab Januar eine steuerfreie Inflationsprämie von 3000 Euro für alle rund 160.000 Tarifbeschäftigten an, zudem ab 2024 in zwei Stufen eine Lohnsteigerung um 340 Euro pro Monat.
"Dies entspricht einem Einkommenszuwachs von insgesamt 4420 Euro pro Jahr und ist ein deutlicher Einkommenssprung für alle Beschäftigten, insbesondere die unteren Lohngruppen", erklärte die Deutsche Post am Freitag. Das Einstiegsgehalt für einen Paketsortierer würde sich demnach um 20,3 Prozent erhöhen. Eine neu eingestellte Zustellerin bekäme rund 18 Prozent mehr im Monat. Die Post sei mit diesem Angebot "an die Grenze des finanziell Machbaren gegangen", erklärte das Unternehmen. Es sei "nicht nachvollziehbar", dass die Gewerkschaft die Zukunft des Brief- und Paketgeschäftes und damit auch viele Arbeitsplätze aufs Spiel setze.
Verdi kritisierte insbesondere die lange Laufzeit von 24 Monaten und die geringe Entgelterhöhung im Jahr 2024. Dies erhöhe das Risiko weiterer Reallohnverluste, erklärte Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Die zuständige Tarifkommission habe am Freitag die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt und leite nun eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf ein.
Verdi fordert 15 Prozent mehr Gehalt sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen für jedes Ausbildungsjahr um 200 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von einem Jahr. Um den Druck zu erhöhen, hatte die Gewerkschaft in den vergangenen Wochen mehrere ganztägige Warnstreiks organisiert. Nach Angaben der Gewerkschaft nahmen daran insgesamt fast 100.000 Beschäftigte teil.
K.Hill--AT