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Deutschland verzeichnet 2022 im Handel mit Russland größten Importüberschuss jemals
Deutschland hat im Handel mit Russland im vergangenen Jahr den größten Importüberschuss jemals verzeichnet. Während die Ausfuhren infolge der Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine einbrachen, stiegen die Einfuhren zumindest wertmäßig wegen der hohen Energiepreise zunächst stark an. Der Außenhandelssaldo mit Russland lag in der Folge bei minus 20,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.
Die deutschen Warenexporte nach Russland gingen demnach gegenüber 2021 um 45,2 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zurück. Besonders die ehemals wichtigen Maschinen- und Chemieexporte brachen ein. Wichtigste Ausfuhrgüter nach Russland waren nun wegen der gestiegenen Preise pharmazeutische Erzeugnisse. Insgesamt sackte Russland - ehemals auf Rang 15 bei den wichtigsten Abnehmern deutscher Produkte - auf Rang 23 ab.
Bis in die zweite Jahreshälfte blieb Russland jedoch ein wichtiger Energielieferant. Erst ab Juli floss kein Erdgas mehr durch die Ostseepipeline Nord Stream 1, im August trat ein EU-Embargo auf russische Kohleimporte in Kraft. Russisches Erdöl bezog Deutschland noch bis Jahresende.
Mengenmäßig brachen die russischen Importwaren so zwar um 41,5 Prozent ein. Wegen der Preissteigerungen für Energie legte der Wert der bezogenen Waren aber um 6,5 Prozent auf 35,3 Milliarden Euro zu. Laut Statistischem Bundesamt ergibt sich so das größte Außenhandelsdefizit mit Russland seit der Gründung der Russischen Föderation im Jahr 1992.
T.Perez--AT