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Deutsch-französisches Wasserstoff-Vorhaben soll Thema bei gemeinsamem Ministerrat sein
Ein deutsch-französisches Vorhaben für die Produktion von grünem Wasserstoff dürfte Thema auf dem deutsch-französischen Ministerrat in Paris sein. "Das historische Bündnis wendet sich der Zukunft zu, indem es sich um die Dekarbonisierung kümmert", sagte Houcine Hamdi von Siemens Energy am Mittwoch in Paris. Konkret gehe es um ein Joint Venture von Siemens Energy und Air Liquide, das eine der weltgrößten Produktionsstätten für Wasserstoff in der Normandie plane.
Bereits im Juni 2022 hatten beide Unternehmen angekündigt, in Berlin in großem Stil Elektrolysemodule, sogenannte Stacks zu bauen. Diese werden gebraucht, um Wasserstoff herzustellen. Die Produktion soll in Berlin in der zweiten Hälfte dieses Jahres beginnen. Die Stacks sollen dann in Frankreich zusammengefügt und für eine große Wasserstoff-Produktionsanlage in Port-Jérôme in der Nähe des Ärmelkanals genutzt werden. "Ziel ist eine Kapazität von 200 Megawatt", sagte Hamdi. Dies könne bis Ende 2025 erreicht werden.
Die Herstellung von Wasserstoff ist sehr energieintensiv. Damit Wasserstoff als grüner Wasserstoff bezeichnet werden kann, müssen bei der Produktion erneuerbare Energien eingesetzt werden. Ein möglicher Konfliktpunkt zwischen Frankreich und Deutschland ist die Frage, inwiefern auch mit emissionsarmer Atomkraft hergestellter Wasserstoff als "grüner Wasserstoff" gilt.
Am Sonntag werden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und das komplette Kabinett zur Feier des 60. Jahrestags der deutsch-französischen Freundschaft in Paris erwartet. Zu diesem Anlass soll auch der gemeinsame Ministerrat nachgeholt worden, der im Oktober überraschend abgesagt worden war. Der Elysée hatte angekündigt, dass mit konkreten Ankündigungen zu rechnen sei.
Am Vormittag sollen der Bundeskanzler und der französische Präsident Emmanuel Macron an einem Festakt beider Parlamente an der Pariser Universität Sorbonne teilnehmen. Anschließend kommen beide Regierungen im Elysée-Palast zusammen. Neben der Zusammenarbeit bei europäischen, wirtschaftspolitischen und internationalen Fragen soll auch der Ukraine-Krieg besprochen werden. Zudem ist eine Sitzung des deutsch-französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats geplant. Scholz und Macron wollen gegen 17.00 Uhr gemeinsam vor die Presse treten.
Am 22. Januar 1963 hatten die deutsche und die französische Regierung den Élysée-Vertrag unterzeichnet, der als das Fundament der Freundschaft beider Länder gilt.
G.P.Martin--AT