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Ukrainischer Innenminister und mehrere Kinder sterben bei Hubschrauberabsturz nahe Kiew
Bei einem verheerenden Hubschrauberabsturz in der Nähe eines Kindergartens bei Kiew sind am Mittwoch 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj und drei Kinder. Zu den Ursachen des Absturzes in der an Kiew grenzenden Stadt Browary machte die ukrainische Regierung zunächst keine Angaben. Regierungschef Denys Schmyhal kündigte eine Untersuchung an, Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bot hierfür deutsche Unterstützung an. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drückte den Ukrainern sein Mitgefühl aus.
Die ukrainischen Behörden hatten zunächst von mindestens 18 Todesopfern gesprochen, der Vizechef des Präsidialamts in Kiew, Kyrylo Timoschenko, korrigierte die Zahl aber später auf 16 nach unten. Nach seinen Worten wurden 30 weitere Menschen verletzt, darunter 12 Kinder, die im Krankenhaus behandelt würden.
Der Chef der ukrainischen Nationalpolizei, Ihor Klymenko, erklärte, neben Monastyrskyj seien auch mehrere hochrangige Bedienstete des Innenministeriums gestorben, darunter der erste stellvertretende Innenminister Jewhenij Jenin. Neun der 16 Todesopfer waren demnach an Bord des Hubschraubers. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb im Online-Dienst Telegram von einer "furchtbaren Tragödie", die "unsäglichen Schmerz" auslöse. Der Hubschrauber sei auf das Gelände des Kindergartens gestürzt.
Wie AFP-Journalisten aus Browary berichteten, waren vor Ort Rettungskräfte und Feuerwehrleute im Einsatz. An der Absturzstelle waren verkohlte Überreste des Helikopters zu sehen sowie Trümmer eines nahegelegenen Gebäudes und ein von den Rotorblättern des Hubschraubers zerstörtes Auto.
Die abgestürzte Maschine gehörte einem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe und Präsident Selenskyj zufolge zum Notfalldienst der Regierung in Kiew und lag somit im Verantwortungsbereich des Innenministeriums. Nach Angaben des Präsidentschaftsbüros in Kiew war der Helikopter auf dem Weg an die Front im Krieg mit Russland.
Bundesinnenministerin Faeser bot der Ukraine Unterstützung bei der Klärung der Absturz-Ursachen an. Sie habe dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev in einem Telefonat ein entsprechendes Angebot unterbreitet, teilte Faeser mit. In dem Gespräch habe sie auch ihre "tief empfundene Anteilnahme ausgedrückt", erklärte Faeser. "Der Botschafter sagte mir, dass die Ursachen noch unklar sind und jetzt untersucht werden", fügte sie hinzu.
Der getötete 42-jährige Monastyrskyj war im Jahr 2021 zum Innenminister ernannt worden. Der gelernte Anwalt saß als Abgeordneter der Partei "Diener des Volkes" von Präsident Selenskyj in der Rada, dem ukrainischen Parlament. Monastyrskyj galt als wichtige Figur der ukrainischen Regierung. Regierungschef Schmyhal sprach von einem "schweren Verlust für das Regierungskabinett und den ganzen Staat".
Bundeskanzler Scholz schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter von einem "traurigen Tag" für die Ukraine, der erneut "den immensen Tribut" zeige, den "die Ukraine in diesem Krieg zahlt". "Unsere Gedanken sind an diesem traurigen Tag bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten" sowie bei Präsident Selenskyj, "der heute seinen Innenminister verloren hat", fügte Scholz hinzu. EU-Ratspräsident Charles Michel schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, er trauere um Monastyrskyj. Der Innenminister sei "ein großer Freund der EU" gewesen.
Browary, der Schauplatz des Absturzes, liegt rund 20 Kilometer vom Stadtzentrum Kiews entfernt. In den ersten Tagen des am 24. Februar 2022 begonnenen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte es in der Stadt heftige Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Kräften gegeben.
A.Clark--AT