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Tier- und Umweltschützer begrüßen Özdemirs Initiative für mehr Tierwohl
Tier- und Umweltschutzverbände haben die Pläne von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdmir (Grüne) für mehr Tierschutz in der Nahrungsmittelproduktion begrüßt. Der Bio-Bauernverband Bioland lobte die geplante Kennzeichnungspflicht für Schweinefleisch als "Startschuss für den dringend nötigen Umbau der Tierhaltung". Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erklärte, dass die Haltungskennzeichnung die richtigen Anreize für nötige Veränderungen setze.
Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag befasste sich am Montag mit dem geplanten Gesetz. Es sieht ein bundesweit einheitliches und verpflichtendes Tierwohllabel zunächst nur für Schweinefleisch vor. Geplant ist ein fünfstufiges Label für Fleisch von Tieren, die in Deutschland gehalten wurden und an Verbraucher verkauft werden. Weitere Tierarten wie Rinder, Milchvieh und Geflügel sollen ebenso folgen wie andere Vermarktungswege, etwa die Gastronomie, sowie verarbeitete Produkte.
"Auf diesem Feld ist 16 Jahre lang nichts passiert, daher begrüßen wir die bisherigen Anstrengungen des Bundesministeriums", erklärte Bioland. Die Koalitionspartner des grünen Ministers dürften dies nun nicht ausbremsen. Die DUH warnte "vor Versurchen aus Teilen der Wirtschaft", die Umsetzung der Pläne zu verzögern.
Die Vertreter der konventionellen Landwirtschaft dagegen kritisieren das Tierwohllabel scharf. Der Deutsche Bauernverband erklärte, es belaste die Landwirte mit zusätzlicher Bürokratie. Auch würden deutsche Bauern dadurch gegenüber ausländischen benachteiligt. Der Kritik schloss sich im Bundestag die Unions-Fraktion an: "Verbraucher werden beispielsweise nicht darüber informiert, ob ein Ferkel im Ausland ohne Betäubung kastriert wurde", monierte die CDU-Abgeordnete Christina Stumpp.
Das Tierwohllabel ist Teil eines Förderprogrammes, das Özdemir für Bauern auflegen will, die ihre Tierhaltung artgerechter gestalten. "Unser Ziel ist es, dass weniger Tiere besser gehalten werden - und die Landwirte dafür staatlich honoriert werden", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Thema dürfte auch im Rahmen der anstehenden Grünen Woche ausgiebig diskutiert werden.
Der Bauernverband befürchtet weiteren Druck auf die ohnehin bereits häufig mit wirtschaftlichen Problemen kämpfenden Schweinebauern. Özdemir entgegnete dem, dass "kein einziger Betrieb" zum Umbau von Ställen oder der Reduktion des Tierbestandes verpflichtet werde. "Wer aber auf eine bessere und zukunftsfähige Tierhaltung setzt und damit einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leistet, wird dabei künftig zuverlässig und ausreichend vom Staat finanziell unterstützt."
P.Hernandez--AT