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Unicef: Bei weltweiter Kindersterblichkeit muss noch mehr getan werden
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat die weltweiten Fortschritte bei der Bekämpfung der Kindersterblichkeit gelobt und zugleich einen gerechteren Zugang zu medizinischer Versorgung in armen Ländern gefordert. Trotz der Fortschritte bei der Senkung der Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren müsse "noch mehr getan werden", um die Unterschiede bei den Überlebenschancen von Kindern "in einzelnen Ländern und Regionen zu adressieren", sagte John Wilmoth, Direktor der UN-Bevölkerungsabteilung, anlässlich zweier am Dienstag veröffentlichter Berichte.
Insgesamt starben nach UN-Schätzungen im vergangenen Jahr rund fünf Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Zudem starben mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 24 Jahren. Knapp zwei Millionen Babys starben bei ihrer Geburt. Nach Angaben der UNO hätten viele dieser Todesfälle durch einen gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung für Mütter, Neugeborene, Kinder und Jugendliche vermieden werden können.
Laut Vidhya Ganesh, Unicef-Direktorin für Datenanalyse, Planung und Monitoring, braucht es "einen stärkeren politischen Willen und gezielte Investitionen in einen gerechten Zugang zu medizinischer Grundversorgung für alle Frauen und Kinder".
Den Vereinten Nationen zufolge sind die Überlebenschancen von Kindern nach wie vor sehr unterschiedlich, je nachdem, wo sie zur Welt kommen. Zwar hat sich die weltweite Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren seit Anfang des Jahrhunderts halbiert. Die UN-Berichte führen dies unter anderem auf verstärkte Investitionen in die grundlegende Gesundheitsversorgung von Frauen, Kindern und Jugendlichen zurück.
Doch nach wie vor würden "die Überlebenschancen eines Kindes allein durch seinen Geburtsort bestimmt", heißt es in einem der Berichte, die von Unicef gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der UN-Bevölkerungsabteilung und der Weltbank erstellt wurden. So ist das Risiko zu sterben, für Kinder, die in Afrika südlich der Sahara zur Welt kommen, 15 Mal höher als für Kinder in Europa oder Nordamerika. 56 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren wurden 2021 in dieser Region registriert, in Südasien waren es 26 Prozent.
Hinter den Zahlen steckten "Millionen von Kindern und Familien, denen ihr Grundrecht auf Gesundheit verwehrt wird", sagte Juan Pablo Uribe von der Weltbank. Für eine nachhaltige Finanzierung der grundlegenden Gesundheitsversorgung seien politischer Wille und Führungsstärke gefragt. Dies sei "eine der besten Investitionen, die Länder und Entwicklungspartner tätigen" könnten.
W.Morales--AT