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Gesundheitsstudie: Großteil der Kinder in Deutschland ist kariesfrei
Der Großteil der Kinder in Deutschland hat kariesfreie Zähne. "Im internationalen Kariesvergleich ist Deutschland Weltklasse", erklärte die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Romy Ermler, am Dienstag bei der Präsentation von Daten aus der aktuellen Mundgesundheitsstudie. Auch verlieren Menschen heute deutlich seltener Zähne als früher.
Gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) analysierte die Bundeszahnärztekammer Daten aus der sechsten Mundgesundheitsstudie, für die Teilnehmer aus der Vorgängerstudie von 2014 erneut untersucht wurden.
Dank Prävention sind demnach nur sehr wenige Zähne von Karies betroffen. Bei den 2014 untersuchten kariesfreien Kindern, also den heute 20-Jährigen, erkrankte im Schnitt maximal ein Zahn an Karies. Auch die Karieslast der heute jüngeren Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren halbierte sich binnen dreier Jahrzehnte - ihnen fehlt heutzutage im Schnitt lediglich ein Zahn. Ende der 80er Jahre waren die Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen und die Individualprophylaxe in den Zahnarztpraxen eingeführt worden. Dadurch sank die Karieslast beispielsweise bei älteren Kindern um 90 Prozent.
In allen Altersgruppen behält demnach ein großer Teil der Menschen heute über viele Jahre alle eigenen Zähne. Grundlage dafür ist den Fachverbänden zufolge auch die frühe Diagnostik und rechtzeitige Behandlung von Parodontitis. Das ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, die schubweise Gewebe und Knochen zerstört. Ohne Behandlung führt dies am Ende oft zum Verlust von Zähnen. Zudem erhöht eine unbehandelte, schwere Parodontitis unter anderem das Risiko für koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt.
KZBV-Vorstandschef Martin Hendges nannte die völlige Kariesfreiheit bei einem Großteil der Kinder "ein sensationelles Ergebnis". Bei der Parodontitis, einer "Volkskrankheit mit schweren Folgen für die Allgemeingesundheit", sehe er jedoch noch dringenden Handlungsbedarf. Sie müsse möglichst früh behandelt werden.
"Wer als Kind gesunde Zähne hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Senior oder Seniorin noch viele gesunde, eigene Zähne haben", erklärte BZÄK-Präsidentin Ermler. Bei den heute 73- bis 82-Jährigen hätten "in den vergangenen knapp zehn Jahren 40 Prozent keinen Zahn verloren". Allerdings haben Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen demnach einen überdurchschnittlichen Zahnverlust. Die Verbände forderten daher eine stärker risikoorientierte und personalisierte Prävention.
Eine Rolle bei der Mundhygiene spielt auch die Angst vor Zahnbehandlungen, wenn Menschen also den Gang in die Praxis meiden. Etwa neun Prozent der Studienteilnehmer gaben eine schwere Form solcher Ängste bis hin zur Phobie an. Bei 16 Prozent war diese Angst moderat ausgeprägt. Drei Viertel der Erwachsenen haben hingegen keine Angst vor dem Zahnarzt.
Für die Deutsche Mundgesundheitsstudie - die mittlerweile sechste seit dem Jahr 1989 - wurden von 2021 bis 2023 an bundesweit 90 Standorten rund 3400 Menschen befragt und zahnmedizinisch untersucht. Die Ergebnisse wurden bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht.
H.Thompson--AT