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Jüngster Sieger seit Verstappen: Antonelli gewinnt in China
Alle Augen waren auf Kimi Antonelli gerichtet, auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton saß ihm zeitweise dicht im Nacken - doch der Mercedes-Pilot hat sich selbst vom Druck des Rekordweltmeisters nicht beeindrucken lassen und in China seinen ersten Sieg in der Formel 1 gefeiert. Im Alter von 19 Jahren und 202 Tagen triumphierte der Italiener erstmals, jünger bei seinem ersten Sieg in der Königsklasse war nur Max Verstappen (18 Jahre, 228 Tage) in Spanien 2016.
Antonelli, dem eine ganz große Karriere prognostiziert wird, verdrängte in dieser Statistik Sebastian Vettel, der bei seinem Premierentriumph 21 Jahre und 73 Tage alt war. Er gewann vor seinem englischen Mercedes-Teamkollegen George Russell sowie dem Ferrari-Duo Hamilton und Charles Leclerc (Monaco). Bislang hatte Russell diese noch sehr junge Saison mit Siegen in Australien und im Sprint von Shanghai dominiert.
Die Eindrücke nach den ersten zwei von nur noch 22 Rennen sind eindeutig: Mercedes und Ferrari fahren in ihrer eigenen Liga und sind allen überlegen, die Silberpfeile haben in diesem Duell die Nase vorn. Und Aston Martin bleibt ein Sorgenkind: Der Spanier Fernando Alonso musste sein Auto wegen zu starker Vibrationen abstellen.
Am ganz späten Samstagabend deutscher Zeit hatte die Formel 1 derweil die Meldung veröffentlicht, auf die alle gewartet hatten: Wegen des Krieges im Nahen Osten wurden die Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) ersatzlos gestrichen. Die Königsklasse hat also nach dem Lauf in Japan (29. März) eine ungewöhnlich lange Pause: Erst am 3. Mai geht es dann in Miami weiter.
In China ging es weniger hektisch zu als beim Auftakt in Melbourne. Dort war die Führung im ersten Renndrittel ständig gewechselt, in Shanghai herrschten recht schnell klare Verhältnisse: Zwar flog Hamilton beim Start an Antonelli vorbei, doch der Italiener korrigierte dies wenig später und eroberte Platz eins zurück.
Durch eine Safety-Car-Phase, provoziert vom Aus des Kanadiers Lance Stroll (Aston Martin), rückte das Feld nochmals enger zusammen. Antonelli musste sich dann für einige Runden gegen Hamilton wehren, doch der Rekordweltmeister wiederum war dann selbst gezwungen, sich gegen seinen Teamkollegen Leclerc und Russell zu behaupten. Davon profitierte Antonelli, der sich vorne absetzte.
Nico Hülkenberg (Emmerich) verpasste als Elfter seine ersten WM-Punkte für Audi knapp. Ex-Weltmeister Max Verstappen (Niederlande), der gesagt hatte, er kämpfe in seinem Red Bull Runde für Runde "ums Überleben", schied in der Schlussphase aus.
Ein ganz bitteres Wochenende erlebte Weltmeister Lando Norris mit seinem McLaren-Team. Weder der Engländer noch sein australischer Teamkollege Oscar Piastri konnten starten, technische Probleme bremsten beide aus. Auch Hülkenbergs Audi-Partner Gabriel Bortoleto (Brasilien) sowie Alexander Albon (Thailand/Williams) blieben direkt in der Garage.
In der zweiten Hälfte des Rennens war Antonelli an der Spitze einsam unterwegs, Russell folgte mit einigem Abstand auf Platz zwei. Für Spannung sorgte Ferrari: Hamilton und Leclerc lieferten sich einen packenden Zweikampf am absoluten Limit.
Durch die Rennabsagen bleibt nach Japan für die Konkurrenz Zeit, um die Lücke zu den Überfliegern von Mercedes und Ferrari zu schließen. Möglich erscheint auch, dass die Rennserie einige Anpassungen an ihren Regeln vornehmen wird. Verstappen und Co. hatten mehrfach laute Kritik an der "neuen" Formel 1 geäußert.
A.Anderson--AT