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Malinin jubelt mit: Liu holt Eiskunstlauf-Gold
Im Goldkleid und mit ganz viel Feuer zum Olympiasieg: Weltmeisterin Alysa Liu hat sich in einer hochklassigen Kür-Entscheidung Eiskunstlauf-Gold geholt und ihr Comeback gekrönt. In der Milano Ice Skating Arena, wo bei den Männern der hohe Favorit Ilia Malinin am vergangenen Freitag komplett abgestürzt war, setzte sich die US-Amerikanerin mit 226,79 Punkten vor den Japanerinnen Kaori Sakamoto (224,90) und Ami Nakai (219,16) durch.
Lius Landsmann Malinin war auf der Tribüne Augenzeuge und bejubelte die 20-Jährige, die vor vier Jahren nach WM-Bronze ihre Karriere für beendet erklärt hatte, dann aber neue Motivation fand. Das einstige Wunderkind - mit 13 Jahren stand sie als jüngste Läuferin den dreifachen Axel - steht nun auf dem Gipfel. Das Kurzprogramm hatte sie als Dritte beendet, allerdings mit geringem Rückstand. Mit ihrer mitreißenden Darbietung zur MacArthur Suite von Donna Summer verzauberte sie Fans und Jury.
Die als neutrale Einzelathletin zugelassene Russin Adelija Petrossjan war aussichtsreich von Rang fünf in die Kür gegangen. Die 17-Jährige, eine von nur 13 russischen Sportlerinnen und Sportlern bei diesen Winterspielen, stürzte beim dreifachen Toeloop und belegte den sechsten Platz (214,53).
Julia Sauter (28), die für Rumänien startet, kam bei ihrer Olympia-Premiere auf 190,93 Punkte und Rang 17. Als Jugendliche war die gebürtige Baden-Württembergerin im Förderprogramm der Deutschen Eislauf-Union (DEU) aussortiert worden und wechselte auf Anraten eines Trainers den Verband.
Für Rumänien startete sie bei internationalen Wettkämpfen und gewann zehnmal die nationale Meisterschaft. Im vergangenen Jahr hatte Sauter die für Olympische Spiele notwendige rumänische Staatsbürgerschaft erhalten, bei der Eröffnungsfeier wurde ihr die Ehre zuteil, die 29-köpfige Delegation als Fahnenträgerin anzuführen.
Eine Einzelläuferin der DEU hatte sich nicht für Olympia qualifiziert. Im Paarlauf gewannen Minerva Hase und Nikita Volodin (Berlin) am Montag Bronze.
Die Eiskunstlauf-Konkurrenz der Frauen stand diesmal nicht so im Fokus wie vier Jahre zuvor in Peking. Damals durfte die 15-jährige Russin Kamila Walijewa nach Bekanntwerden eines positiven Dopingtests unter Vorbehalt laufen.
Nach starkem Kurzprogramm zerbrach die Eisprinzessin in der Kür am enormen öffentlichen Druck, verpasste sportlich die Medaille - und wurde rückwirkend für vier Jahre bis Ende Dezember 2025 gesperrt, ihre Ergebnisse wurden gestrichen. Für eine Mailand-Qualifikation als neutrale Einzelathletin kehrte die mittlerweile 19-Jährige zu spät in den Wettbewerb zurück.
W.Stewart--AT