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Hainer will Lösung in College-Debatte: "Muss schnell gehen"
Bayern München verliert sein Toptalent Ivan Kharchenkov ohne Gegenleistung an ein US-College, anderen Bundesligisten geht es in diesem Sommer nicht besser. Deshalb wünscht sich Herbert Hainer möglichst bald eine Lösung vom Basketball-Weltverband. "Wir sind mit der FIBA im Gespräch. Es muss jetzt auch schnell gehen", sagte der Klub-Präsident Münchner Merkur/TZ.
Die derzeitige Situation sei "ganz klar" alarmierend, so Hainer, "es macht ja überhaupt keinen Sinn, dass wir viel Geld in die Hand nehmen, um die Spieler auszubilden – nur damit sie dann mit 18 gehen und wir keinerlei Entschädigung erhalten." Dies könne "nicht die Zukunft sein".
Gegen solche Wechsel hat der Klubboss der Bayern, die am Sonntag (18.00 Uhr/Dyn) zu Hause in die Finalserie der Bundesliga gegen ratiopharm Ulm starten, grundsätzlich nichts. "Eine Auslandserfahrung kann ja auch etwas Positives sein", so Hainer, "aber dann muss es zumindest eine Aufwandsentschädigung geben. Das ist im Fußball ja auch so."
Der "Exodus" in die USA findet statt, da die Colleges den Sportlern jetzt Geld zahlen dürfen. Dass der spanische Klub Real Madrid vor diesem Hintergrund überlegt, die Nachwuchsarbeit auf den Prüfstand zu stellen, kann Hainer teilweise nachvollziehen. Wegen der steigenden Kosten in der EuroLeague liege "der Gedanke schon nahe: Warum soll ich viel Geld in die Jugendarbeit stecken, wenn am Ende die besten Spieler ohne Entschädigung gehen. Aber die Arbeit einzustellen, kann ja auch nicht richtig sein im Land des Weltmeisters. Du musst der Jugend schon die Möglichkeit geben, sich auf hohem Niveau zu beweisen."
Zuletzt hatte bereits Geschäftsführer Marko Pesic die FIBA angesichts der Transfer-Revolution im US-College-Basketball zum Handeln aufgefordert. "Der Jugend-Basketball in Europa ist unter Beschuss durch die NCAA. Was momentan passiert, ist katastrophal", sagte der frühere deutsche Nationalspieler im FCBB-Podcast Open Court.
Eigengewächs Kharchenkov wechselt zur University of Arizona, Hannes Steinbach (FIT/One Würzburg Baskets) zur University of Washington, Johann Grünloh (Rasta Vechta) zur University of Virginia.
N.Walker--AT