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Ethikkommission entscheidet über russische IOC-Mitglieder
Die Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees für den Umgang mit russischen Militärangehörigen könnten auch Folgen für IOC-Mitglied Jelena Issinbajewa (40) haben. Die zweimalige Stabhochsprung-Olympiasiegerin und enge Putin-Vertraute gehört seit 2003 der russischen Armee an und wurde 2019 zum Major befördert. IOC-Präsident Thomas Bach kündigte am Donnerstag an, dass die Ethikkommission unter dem Vorsitz des früheren UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon sich mit der Frage beschäftigen werde.
Die Kommission werde bewerten, welche "Auswirkungen die Empfehlungen und strikten Bedingungen für die Teilnahme von Athletinnen und Athleten mit russischem und belarussischem Pass auf IOC-Mitglieder in Russland" haben könnten, sagte Bach. Laut IOC sollen die internationalen Verbände keine Athletinnen und Athleten zulassen, die beim Militär "unter Vertrag stehen".
Bach präzisierte am Mittwoch, man müsse "einen Unterschied machen zwischen dem obligatorischen Militärdienst, den es in Russland für alle Männer für ein Jahr gibt, und dem danach, bei dem jemand nach freiem Willen in der Armee oder einem ähnlichen Dienst dient". Laut Bach soll ein vom IOC angeregtes "unabhängiges Gremium" den Weltverbänden dabei helfen, die Entscheidungen von "Fall zu Fall" zu treffen, um einen gemeinsamen "Ansatz über alle Sportarten hinweg" zu finden.
Die Frage nach der Auslegung der vom IOC formulierten Bedingungen, der Kontrolle und der Sanktionsmöglichkeiten hatte nach dem Beschluss von Dienstag viele Fragen aufgeworfen und für viel Kritik gesorgt. Der deutsche Athletensprecher Maximilian Klein zeigte sich im SID-Interview aufgrund der "organisierten Verantwortungslosigkeit, wie wir sie auch schon im russischen Staatsdoping-Skandal beobachtet haben", besorgt.
Trotz des "beispiellosen Angriffs auf die Integrität des Sports" (Bach) vor, während und nach den Winterspielen 2014 in Sotschi hatten die Sanktionen gegen Russland kaum gegriffen, das Regime in Moskau konnte die internationale Sportbühne weiter für seine Propaganda nutzen. Bei den vergangenen Sommerspielen 2021 in Tokio waren unter einem neutralen Status mehr als 300 Sportlerinnen und Sportler aus Russland am Start, aber deutlich als Russen zu erkennen.
D.Lopez--AT