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Die wichtigsten Aussagen von Boris Becker im TV-Interview
Am Dienstag gab Boris Becker bei Sat.1 sein erstes Interview seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis und der Rückkehr nach Deutschland. - Der SID hat die wichtigsten Aussagen des Tennis-Idols zusammengefasst:
... über das Davor und Danach: "Ich sehe den gleichen Menschen. Davor nervös und unsicher, wie die Zukunft aussieht. Danach etwas schlauer, demütiger. Der gleiche Mensch, aber zwei verschiedene Leben."
... über seine körperliche Verfassung: "Ich habe sehr viel Gewicht verloren. Ich bin mit 97 Kilo ins Gefängnis gekommen, war zwischendurch bei 90. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Hunger gefühlt, ich bin hungrig eingeschlafen. Ich habe nicht getrunken, nicht geraucht. Meiner Gesundheit tat der Gefängnisaufenthalt sicherlich gut."
... über seine ersten Tage im Gefängnis: "Mich haben sie eingestuft als High Risk. Darunter fallen Kinderschänder, Mörder - oder welche, die etwas zu verlieren haben. Die Gefahr war, dass Mitgefangene mich bedrohen. Sie haben mich auch in der Zelle schützen wollen. (...) Nach drei, vier Tagen habe ich gedacht: Du bist im Irrenhaus. Du schläfst nicht. Es schreit immer einer. Was ich für Schimpfwörter gehört habe!"
... über das erste Gefängnis in Wandsworth: "Extrem schmutzig, extrem gefährlich. Mörder über Kinderschänder über Drogenhändler. Man trifft jeden. Das ist das Auffanggefängnis für Verbrecher aus London. Da geht es ums nackte Überleben. Jeden Tag musst du aufpassen auf deine Haut."
... über Gefahren im Gefängnis: "Im zweiten Gefängnis hatte ich eine Auseinandersetzung mit einem Häftling, der mich umbringen wollte. Er wollte mir an die Wäsche, hat mir gesagt, was er alles mit mir machen wird. Er hat am Tag danach um Vergebung gebeten, sich vor mir auf den Boden geworfen, meine Hand geküsst."
... über die Insolvenz: "Sowas passiert nicht von heute auf morgen. Irgendwann ist das, was du verdienst, zu wenig für deinen Unterhalt und deine Kosten. Ich kann nur das ausgeben, was ich verdiene. Ich habe dazugelernt, dass ich deutlich vorsichtiger sein muss mit meinen Beratern und meinen guten Freunden."
... sein Fazit: "Währenddessen war es die schlimmste Zeit meines Lebens. Aber ich bin geläutert, habe meine Fehler eingesehen. Ich habe über Jahre Fehler gemacht, falsche Freunde gehabt. Man wird bequem, fett. Dieser Gefängnisaufenthalt hat mich zurückgeholt. Jetzt besteht meine Aufgabe, diesen Weg weiterzugehen. Ich glaube, das Gefängnis war gut für mich."
über seine Zukunft: "Ich habe Ideen. Aber ich bin vorsichtig geworden mit meiner Zukunft. Ich kann wieder in Ruhe nachdenken, was ich mit dem Rest meines Lebens anfange. Ich bin 55, ich will noch 25 gute Jahre haben. Ich will umringt sein von meinen Kindern. Ich hoffe, es kommen noch ein paar dazu."
O.Brown--AT