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Millionen Ukrainer nach russischen Angriffen ohne Strom
Die gezielten russischen Angriffe auf Infrastruktur in der Ukraine haben dazu geführt, dass Millionen Menschen dort von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. "Im Moment sind mehr als zehn Millionen Ukrainer ohne Strom", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend. Die Innenminister der G7-Staaten verurteilten die Zerstörung ziviler Infrastruktur durch Russland und sicherten Flüchtlingen und Vertriebenen weitere Unterstützung zu. Angesichts des Wintereinbruchs wurde mit einem Anstieg der Flüchtlingszahlen gerechnet.
Russland führe "Krieg gegen den Strom und die Heizungen der Menschen, indem es Kraftwerke und andere Energieanlagen in die Luft sprengt", fügte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache hinzu. Für die kommenden Tage wurden Temperaturen von minus 10 Grad Celsius erwartet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, es habe mit "Langstrecken- und Präzisionswaffen" militärische Zielen der Ukraine angegriffen, vor allem Einrichtungen der Infrastruktur für Treibstoff und Energie. "Die Ziele der Angriffe wurden erreicht. Alle Raketen haben genau die beabsichtigten Objekte getroffen", sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.
"Der verbrecherische russische Krieg ist eine humanitäre Katastrophe für Millionen Menschen", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nach dem Abschluss der G7-Ministerberatungen im hessischen Kloster Eberbach. "Nach wie vor erreichen uns täglich Bilder grausamster Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und der Zerstörung ziviler Infrastruktur in der Ukraine", sagte Faeser. "Das muss aufhören, Putin muss diesen brutalen Krieg beenden."
Für die G7 habe der Schutz von Flüchtlingen und Vertriebenen, allen voran von Frauen, Kindern und alten Menschen, weiterhin "oberste Priorität", hieß es in der Abschlusserklärung der G7-Innenminister.
"Russland geht es um die Zerstörung des Landes, so dass Leben in weiten Teilen der Ukraine unmöglich und unerträglich wird", sagte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen der "Augsburger Allgemeinen". Es sei damit zu rechnen, "dass mit dem beginnenden Winter wieder mehr ukrainische Frauen mit ihren Kindern vorübergehend Schutz in westlichen Staaten suchen werden".
Die zu erwartende Zahl ukrainischer Kriegsflüchtlinge werde sicher eine Herausforderung für Deutschland, sagte Röttgen. Es herrsche aber weiter "große Hilfsbereitschaft".
Nach dem Raketeneinschlag in Polen, der weltweit besorgte Reaktionen ausgelöst hatte, trafen am Donnerstag ukrainische Experten im Nachbarland ein, um sich an der Untersuchung des Explosionsortes zu beteiligen, wie der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter mitteilte. Kiew hoffe, dass die Experten schnell Zugang bekämen.
Nach dem Rückzug der russischen Truppen aus Teilen der südukrainischen Region Cherson baut Moskau seine Verteidigungsanlagen auf der angrenzenden Halbinsel Krim aus. Mit den Befestigungsarbeiten solle "die Sicherheit der Krim-Bewohner garantiert" werden, sagte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel, Sergej Aksjonow.
Vergangene Woche hatten sich die russischen Truppen aus Teilen der Region Cherson zurückgezogen, nachdem es ihnen nicht gelungen war, eine ukrainische Gegenoffensive aufzuhalten. Der Abzug ermöglichte es den ukrainischen Streitkräften, ihre Geschosse näher an der Krim in Stellung zu bringen.
In den vergangenen Monaten war die Halbinsel mehrfach angegriffen worden. So war im Oktober die Brücke, welche die Krim mit dem russischen Festland verbindet, durch eine Bombenexplosion schwer beschädigt worden. Moskau machte die Ukraine für den Angriff verantwortlich ebenso wie für Attacken auf die russische Flotte in Sewastopol und auf mehrere russische Militäreinrichtungen auf der Krim.
Der britische Künstler Banksy veröffentlichte derweil ein Video auf Instagram, das mehrere seiner Werke zeigt, die er auf Trümmern und Barrieren in der Ukraine geschaffen hat. Es endet mit einer Solidaritätsadresse an "das Volk der Ukraine".
P.A.Mendoza--AT